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Depressionen! Psychopharmaka? Klassische Homöopathie!

Depressionen sind häufige und schwere Erkrankungen. Stichtagsuntersuchungen ergaben, daß ungefähr 6 % der Bevölkerung unter behandlungsbedürftigen Depressionen leiden, mit steigender Tendenz. Dabei sind Depressionen aller Art zusammengefaßt.

Der Titel „Depressionen“ soll darauf hinweisen, daß es die Depression, von der manchmal laienhaft gesprochen wird, nicht gibt. Jeder Betroffene hat seine Depression mit individueller Färbung.

Wir besprechen als erstes die reaktive Depression, die eine Form der verschiedenen Depressionen darstellt.

Reaktive Depression

heißt, der Patient reagiert auf irgend einen Umstand, auf ein Geschehen in krankhafter Weise, nämlich mit einer Depression, er reagiert depressiv.

Trauer ist nicht dasselbe wie Depression. Aber Trauer und Depression grenzen aneinander. Insbesondere die krankhafte Trauerreaktion steht der reaktiven Depression nahe. Aus Trauer ist Depression geworden, wenn Trauer, eigentlich nicht, oder nicht mehr angemessen ist.

Wenden wir uns zunächst die Trauer zu.

Trauer ist ein seelischer Schmerz, der eintritt, wenn dem Menschen etwas verlorengeht, was ihm lieb und vertraut war, insbesondere wenn er einen nahen Angehörigen durch dessen Tod verliert. Trauer ist bis zu einem gewissen Grad etwas normales, was nahezu jeder Mensch schon erlebt hat. Trauer kann aber auch so verstrickend für einen einzelnen werden, daß therapeutische Hilfe notwendig wird, weil eine reaktive Depression entstanden ist.

Trauer kann sich in heftigem Weinen und lautem Klagen äußern oder aber in Verstummen und Insichgekehrtsein bis zur Versteinerung des Gefühlslebens. Welchen Ausdruck die Trauer findet, ist nicht nur von der Persönlichkeitsstruktur des Betroffenen, sondern auch von Stilbildungen in der Gesellschaft abhängig.

In unserem Kulturkreis sind Trauerriten und Trauerverhalten erkennbar von der jüdisch-christlichen Tradition bestimmt. Dazu gehören auch konventionelle Zwänge, nämlich sich „zusammenzunehmen“ und „vernünftig“ zu sein, also Schmerz und Trauer nicht zu äußern. Das mag für manche nützlich sein, oft aber wäre es für den Betroffenen besser, seinem Schmerz Ausdruck zu geben, auch in Form lauter Äußerung. In anderen Kulturkreisen, so z.B. dem Islam oder auch in weiten Teilen Asiens, ist es üblich seiner Trauer, durch lautes Weinen und Schreien, Ausdruck zu verleihen. Es werden sogar extra sogenannte „Klageweiber“ angagiert, die die Angehörigen in der besonders ekstatischen Ausdrucksform ihrer Trauer, intensiv unterstützen.

Dieser Kulturkreis hat seltener die Problematik einer entstehenden reaktiven Depression nach Todesfall, die Zeit der Trauer ist meistens kürzer und wird besser bewältigt.

Unmittelbar nach dem Verlusterlebnis können auch Überaktivität und Geschäftigkeit auftreten, häufiger ist jedoch ausgeprägte Passivität. Der Betroffene hat kein Interesse mehr an der Umwelt, kaum mehr an seinem nächsten Mitmenschen. Manche empfinden die Situation als unwirklich, so als stünden sie „neben sich“. Sie erleben sich wie fremd oder wie unlebendig und leer. Es können körperliche Beschwerden hinzukommen: Erschöpfung, Kraftlosigkeit, Appetitverlust, Schlafstörung und weitere vegetative Regulationsstörungen, vor allem von seiten des Magens und Darms. Die körperlichen Bewegungen werden langsam und einförmig, das Gesicht spiegelt Schmerz und Trauer wieder.

Sigmund Freud sagte, daß Trauer „die vollste Abwendung von Gegenwart und Zukunft mit sich bringt“. Eine Neuorientierung des Trauernden werde ermöglicht durch die sogenannte Trauerarbeit, „nach deren Vollendung das Ich wieder frei und ungehemmt ist“. In dieser Sicht gilt die Trauer nicht in erster Linie dem Toten, sondern ist vielmehr ein Vorgang der Ablösung des Hinterbliebenen von dem Verstorbenen.

Hiergegen ist zurecht eingewandt worden, daß in diesem Verständnis die Trauer schematisiert und ihr Erleben sozusagen mechanisiert werde. Gewiß gibt es viele Varianten der Trauer und der Trauerarbeit. Was Freud beschrieben hat ist nur eine Form der Trauerreaktion. Diese hat sich jedoch in unserer Gesellschaft dem Bewußtsein stark eingeprägt.

Wenn in der Fachliteratur Phasen der Trauerreaktion beschrieben werden, handelt es sich nicht um Regeln, sondern um Annäherungen an relativ häufig zu beobachtende Verhaltensweisen. Anfangs verläuft das Erleben der Trauer nicht selten wellenförmig oder sogar anfallsweise heftig, dazwischen stiller. Es kann mit Benommenheit verbunden sein. Bei manchen Trauernden folgen hierauf Verleugnung, ein Nichtwahrhabenwollen, und auch ein Suchen nach dem Verstorbenen. Darauf kommt es allmählich zum Bewußtsein der Verzweiflung, z.T. verbunden mit einer Desorganisation in der Lebensführung.

In dieser Phase können außer Selbstvorwürfen auch aggressive Regungen gegenüber dem Verstorbenen auftreten. Es kann eine Phase der Resignation folgen. Mir der Zeit kommt es zur inneren Trennung von dem Verstorbenen und zum Suchen nach neuen oder nach alten, reaktivierten Lebensinhalten, gefolgt von einer Wiederorientierung in der Lebenssituation und der Entwicklung von Perspektiven für die Zukunft. Trotzdem gilt: Es gibt keine einheitlichen Erlebnismuster, sondern so viele verschiedene Trauerreaktionen wie trauernde Menschen.

Bei der Bewältigung der Trauer, ist das Gespräch wichtig, wichtig ist auch, daß das Gespräch über den Verstorbenen realistisch bleibt und sich nicht in Überidealisierungen ergeht.

Auch schon zum Zeitpunkt der nicht pathologischen Trauer kann eine homöopathische Behandlung von großem Nutzen sein, sie unterstützt die Trauerarbeit possitiv und trägt dazu bei, daß sich der Patient in seiner Trauer „wohl fühlt“ d.h. mit seiner Trauer „richtig umgeht“ und somit diese auch in einer angemessenen Zeit bewältigt und aus der Zeit der Trauer auch etwas Positives gewinnen kann.

Psychopharmaka werden in einer sogenannten normalen Trauerreaktion auch von den meisten Schulmedizinern abgelehnt.

Krankhafte Trauerreaktionen oder auch sogenannte „pathologische“ Trauerreaktionen, eben die daraus entstehende reaktive Depression sind zu lang andauernde Trauerreaktionen und sind psychisch komplizierter, zudem treten Gesundheitsstörungen von Krankheitswert auf.

Intensiver und langwieriger sind sowohl die Verstimmungen als auch andere Gefühle und gestörte Emotionen. Es kann Aggressivität auftreten, z.T. als latente Aggressivität, also verborgene feindselige Regungen, die sich gegen den Toten, gegen Angehörige und nicht selten gegen Ärzte richten: gegen den Arzt der den Toten behandelte, oder gegen den, der den Trauernden betreut. Aggressive Gefühle können sich auch gegen die eigene Person richten, so daß Gedanken aufkommen, sich das Leben zu nehmen.

Körperliche Störungen sind fast regelmäßig festzustellen: Erschöpfung, Kreislauflabilität, psychosoamtische Beschwerden wir Herzjagen, Schwitzen usw. Magen-Darm-Beschwerden bis zum Grade einer Colitis ulcerosa (das sind blutende Darmgeschüre, einhergehend mit massiven blutigen Durchfällen), aber auch hypochondrische Einstellungen, d.h. Angst bezogen auf denkbare Krankheiten.

Reaktive Depression

heißt, der Patient reagiert, ähnlich wie in der beschriebenen Weise der Trauer, auf irgend einen Umstand krankhaft, nämlich mit einer Depression. Diese Umstände können natürlich sehr unterschiedlich sein und keinesfalls zählen hierzu nur reaktive Depressionen nach Todesfällen, sondern z.B. auch nach: Ehescheidung oder Trennung von Partnern, nach Umzügen, nach Verlust des Arbeitsplatzes, nach sexuellem Mißbrauch, nach finanziellen Verlusten, nach oder bei schwerer körperlicher Erkrankung, nach Gewalttaten, nach Naturkatastrophen, nach Kriegen ect. ect.. Es wird auch von posttraumatischen Belastungssituationen gesprochen.

Neurotische Depression als Persönlichkeitsfehlentwicklung, eine weitere Form der Depressionen.

Es gibt Menschen, deren Persönlichkeit sich so entwickelt hat, daß sie von Depressivität geprägt ist. Man nennt das auch depressive Persönlichkeitsstruktur, depressive Neurose, depressive Charakterneurose, Dysthymia oder depressive Persönlichkeitsstörung - diese Worte bezeichnen immer dieselbe Störung. Es handelt sich also weniger um eine Erkrankung, die einen Menschen für eine Zeitlang befällt, auch nicht nur um eine Reaktion auf eine einzelne belastende Lebenssituation, sondern um eine ständige psychische Verfassung. „Ich war schon immer so“, sagen die Betroffenen.

Menschen mit dieser Persönlichkeitsstruktur sind still und zurückhaltend, sie wirken gehemmt und bedrückt. Sie äußern sich zu den meisten Dingen des Lebens skeptisch und pessimistisch. Sie erwarten nicht viel vom Leben. Sie können sich das Gute, das ihnen das Leben bietet, nicht gönnen, nicht erlauben. Von ihren stillen Leiden erfährt die Umgebung nicht viel. Viele verbergen ihr Depressivsein hinter scheinbarer Gelassenheit. Sie fallen im Alltagsleben wenig auf, zumal sie meist in der Arbeit fleißig und im Privatleben solide sind. Diese Menschen sind besonders empfindlich gegenüber Enttäuschungen und Verlusterlebnissen.

Wie kommt diese Persönlichkeitsstruktur zustande? Wir kennen zwei Entstehungsmechanismen. Der eine liegt in der Veranlagung, der Erblichkeit. Der andere Entstehungsfaktor liegt in der Entwicklung der Persönlichkeit. Die depressiv-neurotische Verfassung ist nicht auf eine akute Belastung oder auf einen Konflikt zurückzuführen (wie die reaktive Depression), sondern auf anhaltende Belastungen und Konfliktsituationen, die in der Regel bereits in der Kindheit begannen. Diese Kinder wuchsen in einer Situation auf, die Geborgenheit und Vertrauen vermissen ließ, was nicht immer an den äußeren Mißständen im Sinne von zerrütteten Familienverhältnissen, erkennbar ist. Es sind auch keineswegs immer grobe Mißhandlungen oder sexueller Mißbrauch in der Kindheit vorausgegangen.

Wenn es an verläßlichen Beziehungen gefehlt hat, bleibt ein kindliches und unbefriedigtes Anklammerungsbedürfnis bestehen, das in der weiteren Entwicklung mit dem natürlichen Selbständigkeitsstreben in Konflikt gerät und zu Angst führt, nämlich Trennungsangst. Es resultieren daraus eine dauerhafte Hemmung und depressive Gestimmtheit. Diese Menschen können sich ablehnende oder gar aggressive Gefühle die gerade bei diesen Menschen oft von therapeutischem Nutzen wären gegenüber anderen kaum erlauben, da diese Regungen Angst und Schuldgefühle auslösen und so unerträglich werden, daß sie aufgegeben werden müssen, zumindest in ihrer Zielrichtung auf andere. Sie können sich dann ersatzweise auch gegen die eigene Person richten und eine Quelle der Suizidalität werden.

Die beste Hilfe für diese Menschen ist neben einer eventuellen Psychotherapie, in der sie sich verstehen lernen, sich der Ursprünge ihrer Wesensart und Verhaltenseigentümlichkeiten bewußt werden und schließlich Zutrauen zu sich selbst finden können, die klassisch homöopathische Behandlung, die oft auch als alleinige Therapieform, sehr gute Erfolge erzielen und den Patienten zu den gleichen possitiven Erkenntnissen führen kann.

Die depressive Psychose, auch endogene Depression

genannt ist die schwerste Form der Depression, was das Erleben des Patienten anbelangt, aber auch die Schwierigkeit der Behandlung, es handelt sich hier um die melancholische Depression oder kurz die Melancholie. Der Begriff Melancholie darf hier keinesfalls mit der Vorstellung des romantisierten Begriffs Melancholie aus den Bereichen Poesie, Kunst oder Philosophie verwechselt werden, obwohl durchaus auch Parallelen zu erkennen sind.

Die depressive Psychose, die Melancholie ist eine sehr ungewöhnliche Krankheit. Was der Betroffene erlebt und erleidet, ist nicht zu vergleichen mit anderen Krankheiten, auch nicht mit anderen Depressionsformen. Der melancholisch Kranke kann nicht traurig sein und auch sonst keine Gefühle haben. Das Schwerwiegendste, ist bei der Melancholie nach Auskunft vieler Kranker nicht einmal die Verstimmung, als das Depressivsein, sondern die Antriebsblockierung, das Nicht-Können. Diese Veränderungen des Erlebens, die noch ausführlicher beschrieben werden, sind dem psychologischen Einfühlen nicht zugänglich. Was der Kranke erlebt kann niemand verstehen. Selbst der Betroffene hat nachträglich (wenn er wieder gesund ist) nur eine gewisse Erinnerung an die Krankheit, aber er kann den melancholischen Zustand nicht mehr nachempfinden. Es handelt sich um den schwersten Leidenszustand, der überhaupt einen Menschen treffen kann. So urteilen Kranke, die auch schwere körperliche Krankheiten erlitten haben. Aber in ihrem Ablauf ist die melancholische Depression insofern gutartig, als die Phase kommt und wieder geht (nach unterschiedlich langer Zeit). Durch Behandlung kann der Leidenszustand gelindert und z.T. auch die depressive Phase abgekürzt werden. Die melancholische Depression ist leider keine seltene Krankheit. Frauen erkranken etwas häufiger als Männer. Wiederholte melancholoische Phasen sind häufiger als einmalige Erkrankungen. Rein melachcholische Verläufe sind häufiger als wechselhaft melancholisch-manische Verläufe.

Der Gesichtsausdruck dieser Patienten ist ernst, der Blick ängstlich. Auffallend sind Bewegungsarmut und Passivität, z.T. verbunden mit innerer Unruhe. Das Gefühlsleben (Affektivität) liegt darnieder. „Keine Herzenswärme... diese Gefühlslosigkeit... das ewig Neutrale". „Alles ist abgeschnürt und tot in mir“ So äußern sich Betroffene. Angst tritt regelmäßig auf, aber nicht Angst vor etwas Bestimmtem, sondern Angst vor allem, was auf den Kranken zukommt, vor dem Tag, vor dem Leben und auch vor Banalem und Alltäglichem. Hoffnungslosigkeit beherrscht das Erleben dieser Kranken, so daß Todeswünsche naheliegen. Die Wahrnehmung ist in eigentümlicher Weise gestört: Der Kranke kann Augen und Ohren regelrecht benutzen, aber das Gesehene und Gehörte hat so gut wie keine Qualität.

In den tiefsten melancholischen Zuständen wird das Erleben des Kranken von Wahn beherrscht. Die Kranken erleben sich klein, schuldig und nichtig. Hypochondrische Befürchtungen können sich bis zum Krankheitswahn steigern. Verarmungsängste können den Grad eins Armutswahns erreichen. Am häufigsten ist der Schuldwahn: Das ist jetzt die Strafe Gottes für mich, ich bin nichts wert.

Die melancholische Depression ist nicht auf seelische Störungen beschränkt. Diese Depression läuft auch über den Körper. Die Patienten spüren einen zentnerschweren Druck auf Brust- oder Bauchraum. Bei Frauen bleibt die Periode aus, bei Männern ist die Sexualität herabgesetzt oder aufgehoben. Der Appetit läßt nach, das Gewicht sinkt. Manche haben auch Herzklopfen und Schwindel. Der Ablauf der einzelnen Episode ist uneinheitlich: Etwa die Hälfte dauert (unbehandelt) bis zu drei Monaten, ein Drittel aber ein Jahr oder länger, ein kleiner Teil dauert nur einige Tage oder wenige Wochen. Die einzelne Phase beginnt mal allmählich, mal plötzlich von einer Minute zur anderen. Das gilt auch für das Ende der melancholischen Phase.

Der melancholisch Kranke selbst neigt zu der Annahme, sein Leiden sei persönliches Versagen und nicht Krankheit. Er vermutet, daß diese seelische Veränderung nur ihn betreffe, und er weiß nicht, daß es sich um einen bekannten krankhaften Leidenszustand handelt.

Es ist falsch anzunehmen, jede Depression müsse eine Ursache, einen „erkennbaren äußeren Grund“ haben. Es ist auch falsch, im Fall einer vorausgegangenen Belastung nur noch dies im Auge zu haben und nur deshalb irrtümlich eine reaktive Depression anzunehmen.

Die Standardbehandlung melancholischer Patienten besteht in der Kombination von Pharmakotherapie (antidepressive Medikamente) und Wachtherapie, der sogenannte antidepressive Schlafentzug, gestützt auf eine kontinuierliche psychotherapeutische Führung des Kranken. Eine parallel dazu durchgeführte, oder auch daran anschließende klassisch homöopathische Behandlung, wird einen Rückfall deutlich seltener machen.

Manie und Melancholie, zwei Seiten der affektiven Psychosen.

Die Melancholie hat eigentümlicher Weise ein Gegenbild: die Manie. Beide Störungen zusammenfassend, spricht man von affektiven Psychosen oder affektiven Störungen. Noch merkwürdiger ist es, daß sich Melancholie und Manie beim gleichen Kranken abwechseln können, was bipolare Verlaufsform oder bipolare affektive Psychose genannt wird. Von Laien hört man auch die Bezeichnung „manische Depression“ was aber sprachlich nicht korrekt ist.

Die Manie soll hier kurz beschrieben werden: Ein sonst ruhiger und ausgeglichener Mensch wird auffallend aktiv und redselig. Er fühlt sich ungeheuer leistungsfähig. Anfangs wirkt das belebend und unterhaltend, dann aber unheimlich. DerBetroffene schläft nicht viel, leidet hierunter jedoch nicht und ermüdet auch nicht, sondern er ist immer tätig, bald im Übermaß. Die ausgeprägte Manie besteht in gehobener Stimmung, gesteigertem Antrieb und raschem geradezu flüchtigem Denken der sogenannten Ideenflucht. Der Patient selbst erkennt nicht, daß er krankt ist (außer bei wiederholter Erkrankung). In seiner Überaktivität kann er sich leicht in Gefahrensituationen begeben, es kommt zu unüberlegten Handlungen mit der Folge von Konflikten, Partnerschaftszerwürfnissen, beruflichen und finanziellen Fehlentscheidungen und anderen unkontrollierten Verhaltensweisen.

Die manische Phase dauert einige Wochen oder Monate an. „Wenn der Höhenflug zu Ende geht...“, ist der Patient über sein Verhalten zutiefst bestürzt.

Die manischen und bipolaren affektiven Psychosen sind im allgemeinen schwerer ausgeprägt und beeinträchtigen das Leben des Betroffenen mehr als rein melancholische Erkrankungen.

Auch hier gibt es relativ gute Möglichkeiten der Behandlung und Vorbeugung, nach schulmedizinischer aber auch nach klassisch homöopathischer Methoden.

Organische Depressionen.

Depressionen können auch aufgrund körperlicher Vorgänge entstehen, gemeint sind nicht die bereits erwähnten reaktiven Depressionen bei welchen auch körperliche Mitbedingungen zu Depressionen führen können. Hier ist gemeint: die Depression wird durch die körperliche Krankheit selbst verursacht. Das nennt man organische Depression. Dabei sind die Ursachen vielfältig. Häufige Grundkrankheiten sind Hirndurchblutungsstörungen, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, HIV-Infektionen; und aus dem Bereich der internistischen Krankheiten: perniziöse Anämie, hormonelle Störungen wie Cushing-Syndrom und auch Karzinome. Organische Depressionen können nicht zuletzt auch durch bestimmte Psychopharmaka und Hochdruckmittel verursacht werden.

Die Therapie der sogenannten organischen Depressionen ist nicht wesentlich anders als die der Depressionen körperlich gesunder Menschen. Unterschiedlich ist, daß natürlich die körperliche Grunderkrankung behandelt werden muß (soweit möglich), um auf diese Weise die organische Depression auf der Ebene der Verursachung zu therapieren.

Der Vollständigkeit halber sei hier auch noch erwähnt, daß Depression und Sucht, auch eine besondere Form der Depressionen darstellt. Aus der Sucht kann sich eine Depression entwickeln, aber auch umgekehrt aus der Depression heraus entsteht eine Sucht. (Medikamente, Alkohol, Drogen)

Auch Depressionen bei Kindern sind nicht selten. Die kindliche Depressionverbirgt sich oft hinter psychischen Störungen wie Enuresis (das heißt nächtliches Einnässen), Mutismus (das ist die Sprachlosigkeit), Schlafstörungen und Magen-Darm-Störungen. Die Depression ist mehr oder weniger maskiert, und von daher nicht so leicht erkennbar. Im Vordergrund können auch Angst, Gehemmtheit und Isolierungstendenzen stehen. Eine typische reaktive Depression im Kindesalter ist die sog. Schul-Depression, die bei Überforderung eintritt.

Depressionen im Wochenbett, auch schwere Psychosen sind relativ häufig, nämlich 10mal öfter als zu anderen Lebenszeiten der Frau.

Oft und mit großer Selbstverständlichkeit wird von der „klimakterischen Depression“ gesprochen. Aber diese gibt es nicht. Verstimmungszustände im Klimakterium müssen differenziert betrachtet werden. Es gibt reaktive Depressionen, die weniger mit der hormonellen als mit der psychosozialen Umstellung zusammenhängen. Schwere Depressionen im Sinne einer endogenen Depression, sind in der Zeit des Klimakteriums nicht häufiger als in anderen Lebensjahren der Frau.

Depressionen im Alter, im höheren und hohen Lebensalter gibt es keine anderen depressiven Störungen als in den früheren Lebensabschnitten. Wohl aber sind Besonderheiten der gesundheitlichen und sozialen Situation älterer Depressiver zu beachten. Bei alten Menschen trifft eine Depression öfter, fast regelmäßig, mit körperlichen Gesundheitsstörungen zusammen. Und auch das Zusammentreffen einer Depression mit anderen psychischen Störungen wird mit zunehmendem Lebensalter häufiger; dabei können insbesondere zugleich Depressionen und Demenz, auftreten. Wenn man zudem die persönliche Situation älterer Menschen berücksichtigt, können soziale Einschränkungen, Einförmigkeit des Daseins, Verlust von Partner und Angehörigen sowie, ganz besonders hervorzuheben, die daraus resultierende Vereinsamung zu depressiven Störungen beitragen. Eine Depression im Alter wird nicht selten irrtümlich als Demenz angesehen. Dieser Irrtum ist häufiger geworden, seit die Altersdemenzen und dabei insbesondere die Alzheimerkrankheit mehr und mehr in den Medien und in der Öffentlichkeit diskutiert werden.

Es gibt auch die larvierte Depression, man spricht von dieser Form wenn hinter den Klagen des Patienten über stark ausgeprägte körperliche Beschwerden, die Depressivität schwer erkennbar ist, diese körperlichen Symptome aber durch die Depression verursacht sind.

Aus homöopathischer Sicht handelt es sich bei den Depressionen, wie übrigens auch bei allen anderen Erkrankungen, um einen aus der Balance geratenen Organismus den es gilt, durch das homöopathische Similium, so zu stimmulieren, daß seine Selbstheilungskräfte, eine Eliminierung der krankhaften Symptomatik bewirken und somit wieder, das Gleichgewicht, die Gesundheit hergestellt werden kann.

Die durch die Schulmedizin verabreichten Psychopharmaka zeigen nicht seltensehr geringe Wirkung, d.h. der Patient fühlt sich kaum besser, dafür aber eine große Palette von Nebenwirkungen, die den Patienten beachtlich beeinträchtigen oder auch schädigen können. Letztendlich ist die Behandlung durch Psychopharmaka bestenfalls ein Versuch der Unterdrückung, aber eine Heilung kann sie nicht bewirken.

Rein theoretisch käme jedes der ca. 3000 homöopathsichen Mittel die wir derzeit kennen zur Behandlung des Depressivkranken in Frage. In der Homöopathie werden grundsätzlich keine Krankheiten behandelt, sondern immer erkrankte Menschen, was ein sehr großer Unterschied ist. Aus diesem Verständnis heraus, wird es auch für den Laien klarer, daß der einzelne Patient nicht ein Mittel gegen das oder jenes braucht (diese Mittel gibt es in der Homöopathie nicht), sondern er braucht sein Mittel, das genau auf ihn paßt, und ihm aufgrund der Totalität seiner Symptome verschrieben wird.

Das Praktizieren der klassischen Homöopathie ist nicht ganz einfach und es bedarf eines großen Wissens und großer Erfahrung. Das Studieren der Materia Medica und der Theorie, findet für keinen wirklichen Homöopathen jemals ein Ende. Bei ernsthaften Erkrankungen, sowie selbstverständlich auch die der Depressionen, sollte daher von einer laienhaften Selbsttherapie, unbedingt Abstand genommen werden.

Dennoch möchte ich einige homöopathische Mittel die in der Behandlung depressiver Patienten häufiger verschrieben werden erwähnen.

Ignatia, Natrium muriaticum, Staphisagria und Causticum sind recht häufig Mittel für die an reaktiven Depressionen erkrankten Patienten.

Aurum, Arsen, Helleborus, Veratrum album u. Calcium sind keine seltenen Mittel für Patienten die an endogener Depression leiden.

Depressionen bei alten Menschen können oft mit Barium carbonicum, Agnus castus, Argentum nitricum, Arsen oder Conium geheilt werden.

Neben der klassisch homöopathischen Behandlung der an Depressionen erkrankten Menschen ist sicherlich auch eine begleitende Psychotherapie, eine Gesprächstherapie von Nutzen. Auch die Wachtherapie, (antidepressiver Schlafentzug) ist bei allen Depressionen wirksam und unterstützt die eigentliche Therapie.

Elektrokrampfbehandlung ist nur bei schwerer melancholischer Depression angezeigt, aber häufig recht sinn- und wirkungsvoll.

Bei schweren melancholischen Störungen, müssen in aller Regel psychopahrmakologische Medikamente zum Einsatz kommen, erst danach kann eine klassisch homöopathische Behandlung begonnen werden, die dann unter guten Voraussetzungen die schulmedizinische Behandlung sinnvoll ergänzen oft auch ersetzen kann.

Heilung, dessen müssen wir uns bewußt sein, kann immer nur durch den Organismus selbst, das heißt durch unser Immunsystem, was bedeutet, durch unsere Selbstheilungskräfte bewirkt werden. Wir brauchen also eine Therapie welche die Selbstheilungskräfte stimmuliert, unterstütz und fördert, und nicht eine Therapie die lediglich Symptome unterdrückt oder blockiert, und somit das Immunsystem bremst, auf Dauer schädigt und inaktiviert.

Diesen Anforderungen wird einzig und allein die klassische Homöopathie gerecht, ich betone hier bewußt klassische Homöopathie, denn auch falsch angewandte homöopathische Mittel, oder sogenannte Komplexmittel die nur aufgrund eines einzigen Symptoms bzw. weniger unwesentlicher Sympthome oder aufgrund eines klinischen Krankheitsbildes verabreicht werden, bleiben zwar meist nur wirkungslos, können aber im ungünstigsten Falle auch das Immunsystem unterdrücken!

Es muß also immer aufgrund der Totalität der Sympthome ein homöopathisches Mittel nämlich das passentste homöopathische Mittel für den jeweiligen Patienten gefunden werden. In der echten, soliden, klassischen Homöopathie wird immer nur mit einem Mittel zur selben Zeit behandelt, weil es gibt nur ein Similimum, d.h. ein Mittel, welches beim Gesunden, ähnlichste Symptome wie beim Erkrankten hervorruft d.h. Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt.

Was in der Fachsprache dem traditionellen hahnemannischen Leitsatz der Homöopathie entspricht: Similia similibus curentur!

 

 

Pulsatilla und Stramonium

Jedes unserer ca. 3000 homöopathischen Mittel hat ein mehr oder weniger individuelles eigenes Bild, das heißt sein typisches spezifisches Arzneimittelbild.

Beschrieben sind diese „Arzneimittelbilder“ in der Materia Medica. Zwei dieser Arzneimittel möchte ich Ihnen heute vorstellen und näher bringen.

Beginnen wir mit Pulsatilla.

Pulsatilla

Die Wiesenküchenschelle gehört botanisch in die Familie der Ranunculaceae, was immer das auch bedeuten mag, ich bin kein Botaniker, aber die Botanik ist für uns Homöopathen auch nicht wesentlich. Beheimatet ist diese Pflanze in Nordeuropa.

Für die Herstellung des homöopathischen Medikaments, wird die frische, ganze Pflanze zum Zeitpunkt ihrer Blüte verarbeitet.

Pulsatilla, das homöopathische Mittel gehört zu unseren sogenannten Poliekresten, das heißt es ist ein gut geprüftes Mittel, ein Mittel über das sehr viel Wissen und Erkenntnisse gesammelt worden sind,es handelt sich um ein Mittel das in der homöopathischen Praxis oft verordnet wird.

Pulsatilla ist in erster Linie, das heißt zu ca. 75 % ein Frauenmittel;es hat aber auch schon sehr vielen Männern geholfen.

Verordnet wird ein homöopathisches Mittel, wie Sie wissen, immer aufgrund der Totalität der Symptome. Die Betonung liegt hier auf Totalität.

Nach dieser Gesetzmäßigkeit vorgegangen, kann unter Berücksichtigung einiger weiterer wesentlicher Voraussetzungen,wie insbesondere derGesundheitsstatus des Patienten, eigentlich jedes Mittel jede Erkrankung heilen, wenn es nur das Similimum oder wenigstens ein gutes Simileist.

Dieses zu finden, erfordert eine absolut vollständige Anamnese, eine sorgfältige Repertorisation und eine klare Analyse.

Wie eingangs schon erwähnt werden unsere homöopathischenArzneimittelin der Materia Medica von vielen Autoren aus alter und neuer Zeit anhand von Prüfungen und therapeutischen Erfahrungen beschrieben.

Hahnemann, Kent, Böricke, Hering, Böninghausen, Clarke, Vithoulkas, Geukens, Herscue, Carraraund viele andere, beschrieben bzw. beschreiben immer noch und immer wieder die einzelnen ca. 3000 Mittel, wovon etwa 10% also zirka 300 zu den Poliekresten gehören. Das heißt diese Mittel zählen zu den gut geprüften, wohlbekannten und immer wieder, mit großem Erfolg, mit entsprechenden Heilungsnachweisen verordneten homöopathischen Mitteln.

Doch nun zurück zu Pulsatilla, eines unserer ganz großen Poliekreste.

Pulsatilla ist vom Charakter her sehr milde, nachgiebig und anlehnungsbedürftig auch weinerlich und unsicher.

Pulsatillawill es jedem recht machen, ist leicht beeinflussbar, in positivem wie negativem Sinne. Es ist leicht zu überzeugen und es hat wenig Selbstvertrauen.

Pulsatillaist der besorgte, oft auch gluckenhafte Muttertyp. Pulsatilla ist ein weiches, freundliches, liebenswürdigesWesen mit zarten Gefühlen.

Pulsatilla ist unterwürfig, widerspricht eher nicht, Pulsatilla erkennt Autoritäten an, stellt sie selten in Frage.

Pulsatillaist optimistisch, aber auch leicht zu entmutigen, es kann niemals aggressiv oder grausam sein, ist zurückhaltend, es will sich nicht aufdrängen.

Pulsatilla ist mitfühlend, weint sowohl über traurige als auch über schöne Angelegenheiten; weint wenn sie über ihre Krankheit spricht.

Ihre Stimmung ist veränderlich wie ein „Apriltag“.

Pulsatilla ist leicht zu beeinflussen und auch zu beeindrucken.

Pulsatilla kann sich zu einem extremen Fanatiker entwickeln; dann muss sie sich nämlich nicht mehr selbst ein Urteil bilden, sondern übernimmt in extremem Maße die Meinung eines anderen.

Die typische Pulsatillafrau die Pulsatilla- Ehe- und Hausfrauwar oder ist besonders häufig die Nachkriegsfrau, zuständig für die damals berühmten „drei Ks“, wie Kinder, Küche und Kirche, so gehorchte und diente sie widerspruchslos, zufrieden und voller Hingebung ihrem z.B. Lycopodium-Eheman. Sie wissen vielleicht, Lycopodium ist oft ein diktatorischer, manchmal verantwortungsscheuer Mann, derin der Familie keinen Widerspruch zulässt, der aber im Berufsleben bei seinem Chef sehr unterwürfig sein kann; oder aberselber der Big Boss ist.Achtung das ist hier nur eine sehr einseitige Charakterisierung von Lycopodium, Lycopodium hat, wie sie sicherlich wissen viele Gesichter.

Aber auch in der heutigen Zeit finden wir noch immer sehr viele Pulsatillas und wahrscheinlich noch mehr Lycopodiums.

Bei Pulsatilla finden wir tatsächlich nicht selten eineteilweise übertriebene Religiosität, die bis hin zu religiösen Gemütsstörungen und religiösen Wahnvorstellungen führen kann.

Klinisch hatPulsatilla einen großen Bezug zu den weiblichen Geschlechtsorganen und ihren sämtlichen Erkrankungen. Zu diesem Thema gehören Sterilität, Klimakterium, Schwangerschaft und Geburt.

Aber auch zu den Verdauungsorganen wie Magen-Darm-Kanal, Leber- Gallenblase und zu allen Schleimhäuten hat Pulsatilla eine bestimmte Affinität.

Akuter und chronischer Schnupfen,Asthma,Veneostasen, Krampfaderbeschwerden, sowie Muskel- und Gelenkrheumatismus kann durch Pulsatilla positiv beeinflusst bzw. geheilt werden.

Auch auf der emotionalen und mentalen Ebene kann Pulsatilla erkranken z.B. bekommt sie Depressionen verschiedenster Genese.

Pulsatilla fröstelt, braucht aber auch frische Luft, es geht ihr schlechter in geschlossenen Räumen, besser wenndie Fenster geöffnet sind.

Pulsatilla hat auch meist eine Abneigung bzw. eine Verschlechterung gegenüber Zigarettenqualm, sie kann sich sogar paradoxer Weise am Qualm ihrer selbstgerauchten Zigarette stören.

Pulsatilla neigt dazu zu erröten, und zu Gesichtsschweiß.

Pulsatilla empfindet aber auch Frost z.B. beim Herumdrehen im Bett, schon die Bewegung der Bettdecke und der dadurch entstehende leichte Luftzug, lässt Pulsatillaerschaudern.

Ein wahrlich sogenanntes eigentümliches Symptom, daes doch selten und somit auffällig, alsoim wahrsten Sinne des Wortes „eigentümlich“ ist. Schon nach unserem eigentlichen Lehrmeister Samuel Hahnemann, können homöopathische Verschreibungen, aufgrund solcher „eigentümlichen“ und „seltenen“ Symptome erfolgen. Diese Symptome sind für den Homöopathen entschieden wertvoller als z.B. Lokal- und Allgemein-Symptome.

Jeder Homöopath schätzt sich glücklich wenn er tatsächlich ein solch real vorkommendes „eigentümliches Symptom“bei seinem Patienten findet. Einen Teil dieser besonderen und seltenen Symptome nennt man auch Schlüsselsymptome, hat man mindestens einnoch besser 2 oder 3 Schlüsselsymptome die zu einem Mittel passen, kann man schon fast sicher sein dasSimilimumoder mindestens ein gutes Similie gefunden zu haben. Das entsprechende Mittel konnte, wenn man so will „aufgeschlossen“ werden, man hat die passenden Schlüssel, sprich Schlüsselsymptome oder in der Fachsprache auch Keynotes genannt gefunden.

In der Praxis geschieht dies leider nicht allzu oft, meist ist der Weg auch schon zu einem Similebedeutend länger und schwieriger.

Doch kommen wir wieder zu Pulsatilla.

Besonders beeinträchtigtist die Gesundheit von Pulsatilla durch die Unterdrückung der natürlichen Menses, also durch die Einnahme der Antibabypille.

Pulsatilla reagiert hier besonders empfindlich,z.B. mit chronischen Kopfschmerz, Migräne, Depression, Sterilität und viele anderechronische Erkrankungen bis hin zu Krebs sind bei Pulsatilla oft auf diese ganz spezifische Unterdrückung zurückzuführen.

Was das Fazit zulässt: Würden und könnten die Frauen auf diese Art von Verhütung verzichten, hätten sie einen enormen gesundheitlichen Vorteil, unumstritten ist diese These unter den Homöopathen insbesondere in Bezug auf Pulsatilla.

Pulsatilla hat oft dicke gelbe aber auch dünne wässrige Absonderungen der Schleimhäute, wie

z.B. Schnupfen mit Absonderungen < abends, < in warmem Zimmer besser wie meist alles bei Pulsatilla an frischer Luft.

Die Schmerzen von Pulsatilla erscheinen allmählich und verschwinden plötzlich.

Ein Schlüsselsymptom für Pulsatilla sind wandernde, schnell wechselnde Schmerzen, und sogenannte paradoxe Symptome, also widersprüchliche und abwechselnde Zustände sind typisch für Pulsatilla.

Hierzu finden wir außer Pulsatilla nur noch Ignatiawohlbemerkt beide als vierwertige Mittel im Repertorim.

Ein weiteres Schlüsselsymptom ist ein Mangel an Geschmack, Geschmacksverlust der Speisen.

Oder ein besondererpermanenter Geschmack im Mund wie bitter, gallig, fettiger oder salziger Geschmack.

Pulsatilla hat oft ein deutliches Verlangen nach Kuchen und Gebäck, nach Sahne, auch nach Eiscreme und auffälligerweise manchmal nach Whisky.

Pulsatilla verträgt kein Fett, kein Fettgebackenes, Pulsatilla kann auch Ekel vor Fett haben.

Ein weiteres Schlüssesymptom ist: Pulsatilla hat Kopfschmerz nach dem Verzehr von Eiscreme.

Dasäußerliche Erscheinungsbild von Pulsatilla ist oft aber durchaus nicht immer,hellhäutig und blond, aber meist immer gepflegt,mit einer gewissen Eitelkeit, adrett, kokett. Pulsatilla möchte gefallen und auffallen.

Männer sind oft weibisch, mit Pferdeschwanz oder Ohrring, gelegentlich homosexuell.

Pulsatilla kann einen Wechsel schlecht ertragen. Wetterwechsel, Lagewechsel, Wohnungswechsel, Wechsel des Arbeitsplatzes, veränderte Lebenssituationen machen Pulsatilla fast immer Probleme.

Pulsatilla hat im gesunden Stadium ein starkes sexuelles Verlangen, oft ist es frühreif, aber treu in der Partnerschaft. Die Untertrückung des sexuellen Verlangens kann sich negativ, sprich krankmachend auswirken.

Pulsatilla braucht Trost und Zuwendung, hat gerne Berührungen, massiert gerne, oder lässt sich massieren, liebkost in vielleicht übertriebenem Maße, ihre Kinder und Haustiere

Pulsatilla fühlt sich oft zu dogmatischen, spirituellen Gruppen hingezogen.

Pulsatilla ist auch reizbar, empfindlich, schnell beleidigt vor allem auch um die Zeit der Menses.

Pulsatillakinder sitzen während der Konsultation auf dem Schoß der Mutter, liebkosen die Mutter, sind schüchtern, nachgiebig und freundlich.

Kleinkinder weinen wenn sie alleine ohne die Mutter im Kindergarten bleiben sollen, was beim Pulsatillakind ohne Behandlung zu einem lästigen Problem werden kann.

Dieses hier aufgezeichnete Gesamtbild von Pulatillaentspricht im wesentlichen der Essenz dieses Mittels, ein solches Bild, Arzneimittelbild,macht es leichter Pulsatillaund natürlich auch jedes andere homöopathische Arzneimittel im Patienten zu erkennen und somit gezielt zu verordnen.

In der Praxis finden wir allerdings nicht immer ein solch klares Bild, oft ist das Ergebnis einer Anamnese, eine Kombination aus mehreren verschiedenen Arzneimittelbildern;es werden verschiedene Schichten im Patient erkennbar,die dann in umgekehrter Reihenfolge ihrer Entstehung abgetragen werden müssen, der behandelnde Homöopath hat zuentscheiden, mit welcher Arznei die Behandlung zu beginnen ist. Genau diese Entscheidung ist für den späteren Verlauf der Heilung und die entsprechende Weiterführung der Behandlungäußerst wichtig.

Zu einem späteren Zeitpunkt wird dann ein Komplimentär bzw. Folgemittel zur weiteren Behandlung eingesetzt. Sodass bis zur Heilung oder bis zum Erreichen des bestmöglichen Zustandes der Verbesserung der individuellen Gesundheit, mehrere Mittel, aber immer nacheinander über einen längeren Zeitraum hinweg zum Einsatz kommen können.

Pulsatilla wie erwähnt eines unserer großen Poliekreste finden wir im Synthesis, das ist wohl das weltweit umfangreichste und beste von den meisten professionellen Homöopathen verwendete Repertorium, eben in diesem Synthesis, haben wirzur Zeit genau 8652 verschiedene Einträge, sprich Rubriken bzw. Symptome für Pulsatilla.

In 536 Eintragungen davon finden wir ausschließlich Pulsatilla.

In 1587Einträgen finden wir Pulsatilla 3 oder gar 4 wertig.

Diese Zahlen sollen Ihnen eine Vorstellung über die Vielseitigkeit, die große Notwendigkeit und über das große Spektrum von Pulsatilla vermitteln.

Unser allergrößtes Poliekrest ist Sulfur, für Sulfur haben wirzur Zeit 12334 Symptome.

Kein Mensch, auch kein Homöopath kann sich so viele Symptome merken, was auch absolut unsinnig wäre, wichtig ist es die Essenz eines Arzneimittels zu kennen und vor allem zu verstehen und dann auch wiederzuerkennen.

Doch nun möchte ich Ihnen gerne das zweite homöopathische Mittel unsers heutigen abends, nämlich Stramonium vorstellen.

Stramonim

Zu deutsch der Stechapfel gehört in die Familie der Solanaceae, er ist in Europa, Asien und Amerika beheimatet. Zur Herstellung unseres homöopathischen Stramoniums wird das frische Kraut der in Blüte stehenden Pflanze verwendet.

Stramonim in gewisser Hinsicht gerade das Gegenteil von Pulsatilla ist geprägt von großer Heftigkeitund Gewalttätigkeit.

Während Pulsatilla, das sanfteste Mittel in der gesamten Materia Medica ist,handelt es sich bei Stramonium um das heftigste, gewalttätigste Mittel, gefolgt von Belladonna und Hyoscyamus.

In Stramonium findetsich ein sehr aktiver, agitierter, angetriebener Zustand. Die Person hat sich nicht unter Kontrolle, sie ist äußerst aggressiv, zerstörerisch, ja sogar bösartig und brutal.

 

Es ist eine Zerstörungssucht in vielfältiger Hinsicht – gegen sich selbst oder gegen andere gerichtet: Der Patient schlägt, beißt, zerreist, schreit und flucht – am typischsten ist der unwiderstehliche Drang zu zerstören.

Ein solcher Zustand kann ziemlich plötzlich und unvorhersehbar hervorbrechen, dann nach einiger Zeit wieder nachlassen, aber der Patient ist niemals frei davon, er ist nie frei von Aggressionen.

Typischerweise handelt es sich eher um einen chronischen oder rezidivierenden Wahnzustand als um einen einzigen Wutausbruch.

Ursache ist bei Stramonium das unkontrollierte Hervorbrechen des Unbewussten, das zu gewalttätigem und aggressivem Verhalten führt.

Beim gesunden Menschen wird das Unbewusste – von der Evolution her gesehen das Animalische, Instinkthafte – durch die höhergestellten Gehirnfunktionen unter strenger Kontrolle gehalten; gemäß dem Gewissen, sozialen und kulturellen Einflüssen, moralischen und religiösen Werten.

Wenn jemand verrückt wird, sind fast definitionsgemäß diese Kontrollmechanismen gelockert oder verzerrt, so dass das Benehmen von der Norm abweicht.

Im Stramonium-Zustand brechen die unbewussten Instinkte mit furchtbarer Plötzlichkeit und Heftigkeit mit aller Gewalt hervor, und normale Kontrollmechanismen scheinen keine Chance zu haben das Gleichgewicht wieder herzustellen.

Diese Art Wahnsinn sehen wir in unserer Gesellschaft in sehr extremen Fällen, die leider immer häufiger werden.

Stramonium kann zum Beispiel bei einem Massenmörder oder sogenannten Amokläufer angezeigt sein, der plötzlich wahllos und ohne jegliches erkennbare Motiv Menschen umbringt.

Man würde natürlich nicht nur aufgrund dieses Symptoms Stramonium verschreiben (es käme z.B. auch Nux vomica in Frage), aber man sollte in einem solchen Fall wenigstens an Stramonium denken.

Stramonium kommt bei Geisteskrankheiten in Frage, wenn Zwangsjacke und Gummizelle als letzter Ausweg erscheinen.

Klinische Bedeutung kann Stramonim haben bei:

Manischen Zuständen jeglicher Genese wie bei manisch-depressiv Erkrankten,bei Psychosen und Schizophrenie. Sowie bei Delirien, Halluzinationen, schweren Infektionskrankheiten mit Menningismus, bei Chorea, Epilepsie und schwersten Formen des Alkoholismus und bei Tollwut.

Der ursprüngliche Auslöser für die Geisteskrankheit eines Stramonim-Patienten ist fast immer ein plötzlicher Schock. Zum Beispiel eine sehr schlimme Furcht, ein seelischer Schock,meist auch hervorgerufen durch Gewalt und Brutalität, persönlich erlebt oder übermittelt durch Horrorfilme und entsprechende Videospiele. Hier lauert eine besonders große Gefahr für Kinder und Kleinkinder letztgenannte müssen solcheSituationen oft leider auch unbewusst miterleben.

Die eigentliche Schädigung durch diese genannten Vorkommnisse, kann sich aber auch noch nach Jahren, zu einem weitaus späteren Zeitpunkt bemerkbar machen. Die dadurch entstandene Geisteskrankheit, kommt dann plötzlich irgendwann unvorhergesehen im wahrsten Sinn des Wortes zum Ausbruch.

Dürfen wir uns, diese soeben gehörten Erkenntnisse vorausgesetzt, wirklich noch wundern, dass es in unserer Gesellschaft immer häufiger zu brutalsten Gewaltausbrüchenmit extremen und katastrophalen Auswirkungen kommt?

Einen Stramoniumzustand kann aber auch eineKopfverletzung , oder eine fieberhafte Infektion mit ZNS-Beteiligung, die dann meist auch bei relativ leichtem Fieber mit Krämpfen und Konvulsionen einher geht, hervorrufen.

Stramonium, insbesondere auch Stramonium-Kinder haben eine extreme Furcht vor der Dunkelheit, sodass die ganze Nacht über ein Licht brennen muss, hier zeigt sich wieder der Einfluss des Unbewussten.

Es treten bei Stramoniumpatienten ungewöhnliche Ängste auf, wie z.B.die Furcht vor Friedhöfen, bemerkenswert an dieser Stelle ist, dass Stramonim oft auf Friedhöfen wächst.

Sramonim hat Furcht in Tunnels oder geschlossenen Räumen, Furcht, eine große Wasseroberfläche auch nur anzusehen, Furcht vor dem schwimmen in tiefem Wasser, große Furcht vor Hunden.

Alles findet Verschlimmerung in der Dunkelheit.

Unbehandelte Stramoniumfälle enden unweigerlich früher oder später in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie.

Stramonium kann sich in Krampfleiden ausweiten in ein organisches Hirnsyndrom oder in Senilität, oft entstehen Stramoniumzuständeauch bei schwerem und langandauerndem Alkoholabusus.

Das akute Stadium von Stramonium ist dem von Belladonna vergleichbar. Plötzlich beginnendes hohes Fieber, besonders bei Meningoencephalitis, sprich Hirnhautentzündung. Das Fieber kehrt aber nach der Belladonnabehandlung zurück, jetzt hilft Belladonna nicht mehr, oder das Fieber bleibt nach Belladonna hoch, der Patient brauchtspätestens jetzt Stramonium.

Stramonium hat wie schon erwähnt etwas mit dem Unbewussten zu tun, vielleicht sogar ganz speziell mit dem Wutzentrum im Hypothalamus. Den Neurologen ist ein klinisches Syndrom bekannt, das nach Schädelbasisfrakturen in Verbindung mit Schädigung des Hypothalamus auftritt. Es erzeugt genau die Art von Wut und Desorientiertheit, wie sie für Stramonium beschrieben wird.

Stramonium beeinflusst ebenfalls stark das periphere Nervensystem. Insbesondere ruft es einen spastischen Zustand des neuromuskulären Systems hervor. Spastischen Kindern, die durch Geburtstraumata oder durch Gelbsucht geschädigt zur Welt gekommen sind,hat Stramonium schon oft geholfen.

Stramonium kann auch spastische Paresen nach Schlaganfall und andere neurologische Schäden lindern. Auch die graziösen, rhythmischen, unfreiwilligen Bewegungen bei Chorea fallen unter dies Symptome.

Stramonium hat eine besondere Affinität zu den unwillkürlichen, unkontrollierten Zuständen des Nervensystems.

Stramonium benötigen wir in neuster Zeit nicht selten auch bei verhaltensgestörten Kindern, die manchmal Alpträume und Wahnideen haben.

Kindern mit ADS dem heute sehr häufigen Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom kann Stramonium oft das von Schulmedizinern verordnete Ritalinersetzen.

Ritalin ist ein abhängig machendes schweres Psychopharmaka dessen Nebenwirkungen sich noch in späteren Jahren gravierend bemerkbar machen können.

Vor Ritalin sei an dieser Stelle ausdrücklich gewarnt, kein wirklich verantwortungsbewusster Kinderarzt wird heute mehr zu einer solchen Verordnung raten.

In den USA ist man zwischenzeitlich vorsichtiger im Umgang mit Ritalin geworden und zwar, seitdem Studien ergaben, dass gerade diese sogenannten Amoktaten, unverhältnismäßig oft von Menschen die unter der Medikation Ritalin standen oder in zurückliegenden Jahren auf ärztliche Verordnung hin Ritalin einnehmen mussten, verübt wurden.

Selbstverständlich kann für die Behandlung von ADS und der Hyperaktivität bei Kindern, auch jedes andere homöopathische Mittel außerdem nicht selten benötigten Stramonium in Frage kommen. Hier gilt wieder wie immer in der Homöopathie: Ähnliches werde mit Ähnlichem geheilt,was bedeutet für jeden Patienten sein ähnlichstes Mittel, getreu dem ihnen allen bekannte hahnemannischen Leitsatz: Similia, Similibus, Currentur.

Der Erfolg der Homöopathie ist, gerade was die Behandlung dieser in Anführungszeichen modernen psychischen Erkrankungen anbelangt, sehr hoch.

Trotz des, wie es scheint kleinen Spektrums von Stramonium , dieser kleinen aber tiefen Essenz, finden wir für dieses Mittel im Synthesis, genau 3192 verschiedene Einträge, also 3192 Symptome für Stramonium.

Ich hoffe, dass meine Ausführungen über diese beiden heute besprochenen homöopathischen Mittel, einen lebendigen, bleibenden Eindruck bei Ihnen hinerlassen und ich außerdem mit meinem Vortrag zu weiterem vielleicht noch besseren Verstehen und Kennenslernen der klassischen Homöopathie beitragen konnte.

Referat

Die drei Seinsebenen des Menschen sowie Definition und Maßstab der Gesundheit aus homöopathischer Betrachtungsweise! –

Was ist klassische Homöopathie?

Betrachten wir zunächst einige Tatsachen:

Phantastisch muten die derzeitig medizinischen Fortschritte an, mit deren Hilfe heute sorgfältig angewandte Unfallchirurgie und Intensivpflege schwerstgeschädigte Akutkranke zu oft vollständiger Gesundheit zurückführen. Auch die segensreiche Weiterentwicklung der Operationstechnik, die weniger schädigende Eingriffe ermöglicht und zuweilen Endzustände chronischen Krankseins erfolgreich zu bessern vermag, erfordert dankbare Anerkennung. Zweifel sind jedoch angebracht ob jeder Patient und jede Patientin mit Mandel- oder Gallensteinproblemen, Darmgeschwüren oder Hämorrhoiden, Schilddrüsenleiden, Herzklappen-, Herzkranzgefäß- oder Herzrhythmusstörungen, „Verschleißerscheinungen“ der Gelenke oder mit krankhaften Veränderungen der Haut wie Warzen usw. unbedingt gleich unter das Messer oder den Laserstrahl des Chirurgen muß. Große Zweifel sind angezeigt, wenn Chirurgen selbst bei harmlosen Eingriffen aufgrund der Gewohnheit „vorbeugend“ Antibiotika verabreichen, wenn Menschen mit absolut gesundem Herzen vom 60. Lebensjahr an routinemäßig vor Operationen „digitalisiert“ werden. Ein Großteil der Menschen leidet unter Therapiefolgen. Die Schädigung beginnt im Säuglingsalter mit den Impfungen. Ihnen folgen der erste Antibioktika-Stoß bei Mandel- oder Mittelohrentzündungen und schließlich das hochgiftige Cotrim oder Baktrim bei fieberhaften Entzündungen. Dies führt nachweislich zu Schädigungen an Mitochondrien und Ribosomen die für Zellatmung und DNS-Generation unabdingbar sind. Das gleiche geschieht durch den ständigen Verzehr denaturierter Nahrungsmittel. Auf diese Weise ist es dann möglich, daß einige abnorme Zellen von der Sauerstoffatmung zur Gärung übergehen und das unkontrollierte Krebswaschstum beginnt.

Es schaden also nicht nur die inzwischen gefürchteten Nebenwirkungen der Antibiotika, Antimycotika, Antiphlogistika, Antihistaminika, Antihypertonika, Antiarrhythmika, Antikonvulsiva, Antidepressiva usw. sondern auch ihre vermeintlich hilfreichen spezifischen Wirkungen, derentwegen sie mit enormem Geldaufwand entwickelt, an Tieren erprobt und schließlich kranken Menschen verabreicht werden. Der gesamte mechanistische Denkansatz unserer Universitätsmedizin und –pharmazie, nach dem Beschwerden – Zeichen und Symtome, die ein erkrankter Organismus entwickelt, um sein Gleichgewicht wieder zu erlangen – zu bekämpfen, zu beseitigen oder gar auszumerzen sind, ist eine Farce! In Wirklichkeit erreicht man lediglich einen Verdrängungseffekt. Die Degeneration schreitet von Generation zu Generation an. Zu Beginn unseres 20. Jahrhunderts waren von 10 Erkrankten neun akut und lediglich einer oder eine chronisch leidend, heute, am Ende unseres Jahrhunderts sind fast alle chronisch krank. Und die vielgepriesene „moderne Therapie“ verfestigt diese Situation stetig nachhaltiger.

Alle schweren chronischen Erkrankungen wie z.B. Aids, Allergien, MS, Alzheimer u. Krebs mit denen sich zunehmend auch junge Menschen ja sogar Kinder auseinandersetzen müssen, sind menschengemacht, und die herrschende „wissenschaftliche“ Universitätsmedizin kann sie nicht heilen, sondern allenfalls nur für kurze Zeit Beschwerden oder Schmerzen lindern. Sie eilt hochspezialisiert der differenzierten Betrachtung und Therapie einzelner Organdiagnosen nach und verschließt sich der Tatsache, daß der ganze Mensch erkrankt ist und geheilt werden muß.

Durch die Behandlung mit Antiarzneien wie Antibiotika Antipyretika, Kontrazeptiva, Cortisonderivaten, Immunsuppresiva und den vielen anderen Chemotherapeutika wird aber gerade in die naturgesetzmäßigen Abläufe unseres Organismus bei der möglichen Wiederherstellung seiner Eigenordnung derart verheerend eingegriffen, daß wir als Ergebnis einen immer schwieriger umzukehrenden Leidensprozeß erleben: chronisches Siechtum, bei dem der Tod endliche Erlösung bedeutet.

In den vergangenen 15 Jahren mußten wir häufig das Aufkommen neuer Erkrankungen beobachten. Bis Ende 1980 wurden bereits ungefähr 15 „neue Krankheiten“ beschrieben. Deren Ursachen waren und blieben unbekannt, verwirrend und ängstigend. Wieweit haben chemische Medikamente, die seit Jahrzehnten in stetig wachsender Zahl und Dosierung verordnet und von hilflosen Patienten willig ein- und aufgenommen worden sind, diese Entwicklung mitverursacht? - Besteht ein Zusammenhang zwischen dem übermäßigen Medikamenten-Gebrauch und dem rapiden Verfall des Immunsystems?

Nach dem Ausbrechen anderer neuer „Krankheiten“ steht die überwältigende Ausbreitung der Pilzinfektionen, so daß heute jede Klinik und jedes öffentliche Schwimmbad damit verseucht sind. Ferner frappierte in den letzten Jahren eine Explosion von Mykosen der Haut und der Geschlechtsorgane. Derzeit wertet eine Reihe namhafter Autoritäten als Ursache eines großen Teils “chronischer systemischer Symtomatologie“ verschiedene Pilze. So schreibt Raymond Brown in seinem Buch „Aids, Cancer and the Medical Establishment“: „In den letzten Jahren wurde die Verbindung zwischen chronischen und oft nicht bemerkbaren Candidainfektionen einerseits und ernsten Symtomen andererseits erkannt, die alle Teile des Körpers betreffen....“

Beim Nachsinnen darüber, was wohl diesen ungeheuren Anstieg der Pilzinfektionen verursacht hat, müssen wir daran denken, daß die gebräuchlichsten Antibiotika, die praktizierende Ärzte Millionen Menschen verschrieben, nichts anderes als Schimmelpilz-Derivate sind. Den Namen des zuerst entwickelten kennen wir alle: Penicillin.

Ohne die unabdingbare Respektierung naturgesetzlicher Abläufe empfahlen es Mediziner und Hersteller Zögernden und Zweifelnden als „risikoarmes Allheilmittel“. Folglich wurden seit dem Ende des zweiten Weltkrieges Tausende Tonnen dieses Medikaments in menschliche und tierische Organismen gepumpt, und wer entkam in den entwickelnden Ländern noch dieser Wunderdroge? - Wem sie nämlich nicht als schnellwirkendes Antibiotikum injiziert, über Zäpfchen, Kapseln oder gar in Form von wohlschmeckenden Säften und „Bonbons“ verabfolgt wurden, nahm sie über die Nahrung auf: Ob Schwein, Kalb, Rind oder Geflügel, alle gaben die in ihren Innereien und im Fleisch verbleibenden Rückstände weiter an den sie verzehrenden Menschen. Sogar über die Milch „genossen“ wir diese „einzigartige Segnung der Wissenschaft“ zwangsläufig, so der amerikanische Wissenschaftler. Die zur „Bekämpfung von Infektionen“ erforderliche Dosis von Antibiotika wuchs und wuchs, weil die vermeintlichen Erreger kotinuierlich schwächer auf sie reagierten.

Schließlich entwickelte die chemisch-pharmazeutische Industrie immer stärkere Medikamente, zum Beispiel Amphotericin-B, Flucytosine, Ketoconazole und Miconazole, um die ständig sich verbreitenden Pilze zu bekämpfen. Aber um welchen Preis? Henry Simmons zog bereits 1978 das Resümee: “iatrogene Krankheiten sind zu einem ernsten Gesundheitsproblem in den USA geworden.“ Dies schließt schätzungsweise zwei Millionen Infektionen durch Hospitalismus und viele Tausend Todesfälle in jedem Jahr ein.

Dagegen erhoben wohl auch andere Ärzte Protest, aber kaum ein Verantwortlicher in Lehre, Forschung und Gesundheitspolitik schenkte ihren begründeten Einwänden Gehör. Henry Simmons folgerte schließlich:

„Die wahre Tragödie liegt in der Tatsache, daß Experten für Ansteckungskrankheiten seit dreißig Jahren auf diese Probleme aufmerksam machen und verzweifelt nach einer Änderung rufen – fast völlig ohne Konsequenzen.“

 

Hierarchie der drei Seinsebenen des Menschen

Augrund langjähriger homöopathischer Erfahrungen spricht Vithoulkas von drei „Ebenen“ des menschlichen Seins.

1.die geistige Ebene,

2.die emotionale Ebene,

3.die körperliche Ebene ( einschließlich Sinneswahrnehmungen, Ernährung, Schlaf und Sexualleben)

Diese Ebenen sind in Wirklichkeit nicht unabhängig voneinander. Sie befinden sich vielmehr vollständig in Wechselwirkung, und nur eine Untersuchung aller drei Ebenen kann klären, inwieweit der Mensch gesund oder krank ist. Gerade diese komplizierten Abwägungen muß ein Behandler laufend durchführen können; nur so ist sicher festzustellen, ob die Heilung des Patienten Fortschritte macht. Die physische Ebene ist – trotz ihrer unbestrittenen Bedeutung – innerhalb dieser Hierarchie als äußere, d.h. am wenigsten wichtige Ebene, dargestellt.

Jede dieser drei Seinsebenen läßt sich ihrerseits hierarchisch untergliedern, wobei die Bedrohlichkeit der Symtome für das Individuum von unten nach oben zumimmt. (Folie 1 Abb.1 u. 2 S. 28 u. 29 DWH)

Jeder Begriff in Abbildung 2 bezeichnet ein bestimmtes Symtom, das aber in der Praxis verschiedene Grade der Intensität aufweisen kann. Die hierarchisch geordneten Symtome sagen hierüber zunächst nichts aus und erwecken so den Eindruck, als wären sie alle von gleicher Heftigkeit.Beim einzelnen Menschen ist das natürlich nicht der Fall. So ist z.B. Reizbarkeit des Intensitätsgrades A weniger gravierend für das Leben des Patienten als eine Depression gleicher Intensität. Außerordentliche Reizbarkeit der Intensität X ist jedoch schwerwiegender für ihn als eine leichte Depression der Intensität A. Verstärkt sich dagegen die Depression eines Patienten nach X, während seine Reizbarkeit nach A absinkt, verläuft seine gesundheitliche Entwicklung ungünstig. Je mehr sich Ebene und Intesität der Symtome im Diagramm nach innen und oben bewegen, d.h. in Richtung des Seinszentrum der Person, desto mehr verschlechtert sich die Gesundheit des Patienten. Je mehr sie sich nach außen und unten verlagern, also zur Peripherie hin, desto besser schreitet der Heilungsprozeß voran.

Die geistige Ebene

Als allgemeine Definition dieser Ebene kann man sagen: Die geistige Ebene eines Menschen umfaßt die bewußte Verarbeitung bzw. Umsetzung innerer und äußerer Eindrücke.

Hier ist es wo der Mensch denkt, urteilt, vergleicht, berechnet, einordnet, schöpferisch weiterentwickelt; auf dieser Ebene kritisiert, klassifiziert, enwirft, verbindet, folgert, beschreibt, kommuniziert er. Sind diese Funktionen gestört, drückt sich die Störung in Symptomen geistigen Krankseins aus.

Die geistige Ebene ist für den Menschen die bedeutendste. Denn sein eigentliches Wesen ist geistig-spiritueller Natur.

Ein Mensch kann leben, Glück empfinden und für sich und andere schöpferisch tätig sein trotz körperlichen Siechtums, Verlustes von Gliedmaßen, Blindheit oder Taubheit.

Die geistigen Funkktionen lassen, wie gesagt, eine hirarchische Ordnung erkennen. Bei Symtomen gleicher Intensität bemerken wir: Eine Gedächtnisstörung ist weniger hinderlich als eine Störung der Konzentrationsfähigkeit; Konzentrationsschwäche weniger ernst als die Unfähigkeit, zu unterscheiden, und diese wiederum weniger schlimm als eine Störung der Denkfähigkeit.

Um die Tendenz einer Erkrankung zu beurteilen, brauchen wir ein klares Vertständnis solcher Abstufungen. Haben wir einen Patienten mit einer leichten geistigen Verwirrung oder Denkstörung in Behandlung, und hat sich diese nun verschlimmert, so hat sich seine Gesundheit insgesamt verschlechtert, auch wenn sich bestimmte körperliche Symtome gebessert haben mögen. Es handelt sich nicht um theoretische Spekulationen, wenn Vithoulkas behauptet, daß gedankenlose Therapie, die diese Zusammenhänge nicht berücksichtigt, zum allgemeinen gesundheitlichen Zusammenbruch der Menschheit führt. Offensichtlich war in früheren Zeiten der Abwehrmechanismus besser imstande, Störungen auszubalancieren und eingetretene Schäden zu beheben, als heute, wo es üblich ist, sich schon in relativ jungen Jahren in ständige Behandlung zu begeben, infolge dessen große Teile der Bevölkerung von Jugend auf Therapien ausgesetzt sind, die lediglich die Symtome partiell unterdrücken. Dies mag sehr wohl der Grund sein, warum in den letzten beiden Generationen Morbidität (Häufigkeit der Erkrankung innerhalb einer Bevölkerungsgruppe) und Mortalität (Sterblichkeit) infolge chronischer Krankheiten alarmierend angestiegen sind.

Wie kann der Behandler nun, wenn er einen Patienten in der Praxis vor sich hat den Grad seines Gesund- oder Krankseins auf der geistigen Ebene erkennen? Gesundheit besteht nicht einfach aus dem Fehlen von Symptomen, die sich auf bestimmte geistige Funktionen beziehen, vielmehr verlangen wir drei grundlegende Qualitätsmerkmale. Jedes von ihnen ist für das Vorhandensein wirklicher Gesundheit, wie wir Homöopathen sie verstehen, unentbehrlich. Fehlt eines, so mag der Geist zwar gut funktionieren, soweit es sich um bloße Funktionen handelt, aber dennoch krank sein.

Folgende drei Eigenschaften sollten mit allen geistigen Funktionen einhergehen:

1.Klarheit des Ausdrucks,

2.Zweckmäßigkeit, Kohärenz, (also innerer Zusammenhang) und Logik (Folgerichtigkeit)

3.Schöpferischer Einsatz der geistigen Fähigkeiten zum Wohl auch der Mitmenschen.

Die emotionale Ebene

Der zweitwichtigste Bereich menschlichen Seins, er umfaßt die Gefühlswelt - , alle Gefühlsschattierungen, banale und edle Regungen gleichermaßen. Für den Abwehrmechanismus fungiert sie als Empfänger emotionaler Stimuli aus der Umwelt; daneben verleiht sie endogenen Regungen und emotionalen Störungen Ausdruck und Farbe.

Einige wichtige emotionale Empfindungen: Liebe/Haß, Freude/Trauer, Gelassenheit/Ängstlichkeit, Vertrauen/Argwohn, Mut/Feigheit, Furcht, Depression, Lebensüberdruß usw.

Die emotionale Ebene spielt also im täglichen Leben jedes Menschen eine besonders große Rolle.

Gefühle können bejahender oder verneinender Art sein. Bejahende Gefühle erkennen wir daran, daß sie unser Wohl ganzheitlich, d.h. auf allen Ebenen, fördern; verneinde Gefühle machen uns unglücklich. Je negativer ein Mensch empfindet, desto weniger gesund ist er auf dieser Ebene.

Die seelisch gesündesten Menschen erleben auch die beglückendsten Zustände, die es für einen Menschen geben kann. Schöfperische Ekstase, reine Liebe, gläubige Hingabe und mystische Erfahrungen; erhabene Gefühle, die in unserem Zeitalter nur noch von ganz wenigen Persönlichkeiten erfahren werden. Allgemein zeigen sich Gleichgewichtsstörungen im Gefühlsbereich an einem Mangel an Selbstwertgefühl -Empfindlichkeit und Verletzbarkeit sind enorm gesteigert.

Ärger und Mißtrauen erzeugen Disharmonie und zerstören die Gemeinschaft. Innere Ruhe, Freude, Fröhlichkeit, ja Euphorie sind für einen selbst und für andere die beste Seelennahrung und stärken die seelische Gesundheit. Ständige Besorgnis, Traurigkeit oder Furcht sind Gift für die Gesundheit – für die eigene und die der Mitmenschen.

Bei gleicher Intensität der Symtome behindert Depression das Leben des Patienten stärker als Ängstlichkeit, Ängstlichkeit stärker als Reizbarkeit. Die Abstufung der Symtome hilft dem Praktiker, den Verlauf der Therapie über längere Zeit zu beurteilen. Andererseits braucht er auch Anhaltspunkte, um sich bei der Erstuntersuchung rasch ein Bild vom Gesundheitszustand seines Patienten zu machen.

In unserer Zeit hat sich emotionelle Labilität, mangelnde seelische Belastbarkeit, zu einem der größten Gesundheitsaprobleme ausgewachsen. Ob durch fehlende Wertempfänglichkeit oder ständige „therapeutische“ Unterdrückung relativ oberflächlicher gesundheitlicher Störungen in tiefere Bereiche – viele individuelle und soziale Probleme lassen sich auf labile, fehlgeleitete Emotionen zurückführen. Freude an der Zerstörung, rasche Bereitschaft zur Gewalt, Terrorismus, Massenmord, Rassenhaß und Kindesmißhandlungen – das alles sind lauter Beispiele fehlgeleiteter Emotionen.

Unsere Erziehungseinrichtungen versagen fast vollständig bei der emotionalen Erziehung junger Menschen. Die Folge ist: Unser Gefühlsleben bleibt unreif, „unterernährt“ und fällt leicht krankmachenden Einflüssen zum Opfer. Die gesamte abendländische Geschichte hindurch und ganz besonders in unserem materialistisch-technologischem Zeitalter hat sich die Erziehung, von Ausnahmen abgesehen, weitgehend auf die Schulung des Intellekts (geistige Ebene) und Leibesertüchtigung (körperliche Ebene) beschränkt. Kinder und Jugendliche lassen sich vor allem von sportlich oder intellektuell erfolgreichen Mitschülern und Mitschülerinnen beeindrucken. Im Gefühlsbereich gilt es „cool“ zu sein oder zu erscheinen. Sensible, bildnerisch, musikalisch oder dichterisch begabte junge Menschen werden seltener bewundert oder ermutigt.

Bedauerlicherweise scheint die Hauptquelle emotionaler Erziehung heute das Fernsehen zu sein; es weist dem Betrachter eine passive Rolle zu und stellt das Leben anhand fragwürdiger Leitbilder und dazu noch oft in entstellter und unrealstischer Weise dar.

Die körperliche Ebene

Die körperliche Seinsebene ist der Bereich des physischen Organismus, mit dem sich die Medizin seit jeher befaßt hat. Durch Anatomie, Physiologie, Pathologie, Biochemie, Molekularbiologie usw. ist der Körper eingehend erforscht. Trotz all dieser Forschungen gibt es aber eine Besonderheit, die den meisten Ärzten bisher nicht aufgefallen zu sein scheint: Der menschliche Körper in seiner Komplexität zeigt eine hierarchische Ordnung von Systemen und Organen. Man kann Vermutungen darüber anstellen, warum dies in der allopathischen Literatur bislang ignoriert wurde. Hauptgrund mag sein, daß dieser Umstand für den allopathischen Therapieansatz belanglos ist. Ein Behandler und Homöopath jedoch, der sich mit dem Menschen als Ganzem befaßt, kann nicht daran vorbeigehen.

Hier nun eine ausfühliche Aufstellung zur Rangfolge der Körpersysteme und ihrer Organe: (Folie 3 S. 41 DWH)

Wir sehen in dieser Aufstellung, daß die vier erstgenannten Systeme je ein lebensnotwendiges Organ enthalten: zuerst das Stammhirn, dann das Herz, die Hypophyse und die Leber. Dieses eine Organ ist jeweils vorrangig innerhalb seines Systems, und seine Funktionen können von keinem anderen Organ übernommen werden. Es folgen in der Liste Systeme mit zwei gleich leistungsfähigen Organen, von denen jedes die Arbeit des anderen mitübernehmen kann: zwei Lungenflügel, zwei Nieren, zwei Fortpflanzungsorgane beim Mann und auch bei der Frau. Sodann finden wir das Knochensystem genannt, dessen Hauptelement die Wirbelsäule mit ihren zahlreichen Wirbeln ist; mehrere von ihnen können beschädigt werden, ohne daß der Tod eintritt. Das gleiche gilt für das Muskel- und Hautsystem am Ende der Liste.

Je weiter wir in der Hierarchie hinaufgelangen, desto geringer ist das Ausmaß an Schädigung, das das Hauptorgan des jeweiligen Systems verkraften kann, ohne das Leben des Organismus zu gefährden. Eine Ischämie am Herzen ist bedrohlicher für die Gesundheit als eine ebenso ausgedehnte Ischämie in der Leber oder Niere, doch ist sie weniger bedrohlich als eine solche Erkrankung im Gehirn.

Anhand dieser Beobachtungen können wir nun die Organe hierarisch gliedern, und zwar nach ihrer jeweiligen Bedeutung für den Körper: (Folie 4 DWH S. 42)

Diese Rangfolge der Organe ist keine theoretische Spielerei, sie hilft vielmehr dem klassischen Homöopathen zu beurteilen, in welche Richtung das Ungleichgewicht im Menschen tendiert. Verlagert es sich innerhalb der Hierarchie nach oben – von den Nieren über die Lungen, die endokrinen Drüsen, das Herz und schließlich zum Gehirn -, so ist klar, daß die Entwicklung negativ verläuft. Verschiebt es sich jedoch nach unten – vom Gehirn in Richtung Haut -, so zeigt das eine Besserung der Gesundheit an.

Gesellt sich im Krankheitsverlauf eines Patienten z.B. zu einem Ekzem auch noch Asthma, so erklärt ihm ein Schulmediziner das wahrscheinlich, indem er sagt: „Asthma tritt eben häufig bei allergischen Patienten auf“ oder: “Leider ist nun zufällig außer dem Ekzem noch eine weitere Krankheit hinzugekommen.“ Hat ein Patient Rheumatoide Arthritis und später einen Herzinfarkt, wird der Arzt auch dies als zufällig und unabhängig voneinander betrachten und beide Leiden getrennt behandeln. Das schlimme dabei ist: Je wichtiger das betroffene Organ, desto stärkere Medikamente werden normalerweise gegen die Symtome verabreicht.

Von allopathischer Seite hält man es für unmöglich, daß eine ernste Krankheit durch Sympthomenunterdrückung einer vorausgegangenen leichteren Erkrankung entstanden sein kann.

Unabhängig davon, ob bei der Therapie künstliche oder sogenannte natürliche Mittel verwendet werden – wenn sich der Schwerpunkt der Erkrankung innerhalb der Hierarchie des Organismus in die falsche Richtung bewegt, müssen wir davon ausgehen, daß die Therapie dem Kranken schadet; wir sollten sie dann entweder einstellen oder ändern.

Definitionen zur Gesundheit nach Vithoulkas

Gesundheit auf der geistigen Ebene bedeutet Freiheit von egoistischen Zielsetzungen, ein Zustand alleiniger Orientierung an den wahren unverlierbaren Werten.

Gesundheit auf der emotionalen Ebene ist ein Zustand der Freiheit von leidenschaftlicher Besessenheit, der sich ausdrückt in dynamischer innerer Ruhe und heiterer Gelassenheit.

Gesundheit des Körpers bedeutet Freisein von Unwohlsein und Schmerzen, uneingeschränktes körperliches Wohlbefinden.

Die Gesundheit des ganzen Menschen ist das Resultat der drei zusammengefaßten Definitionen.

Was ist Homöopathie?

Diese über 200 Jahre von kundigen Ärzten, Heilpraktikern und sonstigen Therapeuten überaus erfolgreich angewandte Therapie wird von vielen „Koryphäen der medizinischen Wissenschaft“ auch heutzutage noch immer belächelt oder gar als total wirkungslos diffamiert, weil sie sich allenfalls vordergründig damit beschäftigt haben.

„Des Arztes höchster und einziger Beruf ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt.“ Dieser Satz steht als Paragraph 1 in einem Lehrbuch, dessen Erstausgabe im Jahre 1810 unter dem Titel Organon der Rationellen Heilkunde in Dresden erschien.

Nach langen Wanderjahren wirkte der Autor damals als Arzt, Apotheker, Chemiker und Übersetzer in Torgau an der Elbe: Dr. Christian Friedrich Samuel Hahnemann.

In diesem Organon – dem Werk, in Anspielung auf Aristoteles grundlegende Schrift – bot er Gesetze und Prinzipien einer neuen Heilmethode dar, die er Homöopathik nannte. Hahnemann hatte den Begriff aus den griechischen Worten homoion und pathos – ähnlich und leiden – geprägt; es sollte nämlich die Behandlung mit Arzneien bezeichnen, die ähnliche Wirkungen hervorzurufen vermochten, wie sie ein zu behandelnder Leidenszustand zeigte.

Als Hahnemann mit diesem inhaltsschweren Werk die Homöopathie begründete, genoß er bereits hohe Achtung, bei den meisten Koryphäen des Lehrsystems. Aber – er erschütterte die herrschenden Meinungen der praktizierenden Mediziner jener Zeit bis in die Grundfesten und schickte sich an, ihr ganzes Lehrgebäude zu zertrümmern. Kurz zusammengefaßt, formulierte und bewies Hahnemann folgende Thesen:

-Es gibt keine Krankheiten, sondern nur erkrankte Menschen, Tiere oder Pflanzen.

-Der Arzt kann Erkrankte nur in Übereinstimmung mit den in der Natur vorgegebenen Gesetzen heilen. Außerhalb dieser Naturgesetze oder gar gegen sie ist wirkliches Heilen unmöglich.

-Jeder Kranke ist in seinem Wesen dynamisch gestört; deshalb muß auch jedes Heilmittel dynamisch sein.

-Bei gesunden Menschen rufen Ur-Substanzen, die wir zum Bereiten von Arzneien verwenden, vielfältige Symptome hervor; sie sind den typischen Anzeichen und Leidenszuständen von Erkrankten sehr ähnlich.

-Die Patienten oder der Patient benötigen für ein bestimmtes Krankheitsstadium nur e i n spezifisches, aus einer einzigen Substanz bereitetes Mittel, das in Arzneimittelprüfungen bei Gesunden sehr ähnliche Symptome auslöst wie die oder der Erkrankte sie zeigen. Wird dieses Mittel nicht gefunden kommt es zu keiner wirklichen Heilung.

Die zündende, zur Kernidee seiner neuen Therapie werdende Erkenntnis war ihm gekommen, als er im Jahre 1790 William Cullen‘s Materia medica aus dem Englischen übersetzte. Cullen, Professor für Medizin und Chemie an der Universität Glasgow und Edingburgh, widmete 20 Seiten seines Werkes den therapeutischen Indikationen von Chinarinde. Die damit erfolgreiche Behandlung von Wechselfieber schrieb er den in der Chinarinde enthaltenen Bitterstoffen zu. Der Chemiker Hahnemann gab sich mit dieser Erklärung jedoch nicht zufrieden und tat etwas für einen Übersetzer Außergewöhnliches: Er kaute die Chinarinde selbst und beschreibt das Ergebnis seines Arzneimittel-Versuchs:

„...auch die mir bei Wechselfieber gewöhnlichen besonders charakteristischen Symptome, die Stumpfheit der Sinne, die Art von Steifigkeit in allen Gelenken, besonders aber die taube widrige Empfindung, welche in dem Periostium über allen Knochen des ganzen Körpers ihren Sitz zu haben scheint – alle erschienen. Dieser Paroxysmus ( anfallartiges Auftreten einer Erkrankung) dauerte zwei bis drei Stunden und erneuerte sich jedesmal, wenn ich diese Gabe wiederholte, sonst nicht.“

Wir müssen uns dessen bewußt werden, was diese neuartige Erkenntnis bedeutete. Bis dahin hatte als unumstößliche medizinische Wahrheit gegolten, daß ein Patient, der an bestimmten Erkrankungssymptomen leidet, eine Gegen-Arznei bekommen müsse, die seine Symptome eliminierte. Diese Regel galt als selbstverständlich, so daß sie mit geradezu schematischer Routine angewandt wurde. Aufgrund seines persönlichen Experiments dämmerte es Hahnemann, was die Substanzen tatsächlich bewirken: Ein Mittel verhilft zur Heilung und mithin zum Verschwinden der Beschwerden nur, weil es ähnliche Zeichen und Symptome in einem gesunden menschlichen Organismus hervorzurufen vermag.

Den meisten seiner ärztlichen Zeitgenossen wäre es kaum in den Sinn gekommen, tiefgründig über die Bedeutung dieser Beobachtung nachzudenken. Die Mehrzahl hätte sie als zufällige Ausnahmeerscheinung abgetan.

Anders reagierte Hahnemann, der als echter Empiriker Tatsachen höher bewertete als Theorien. Er anerkannte das dabei Erfahrene als Faktum der Natur, sann mit gebotener Gründlichkeit über dessen Bedeutung nach und konnte zu guter Letzt begreifen, daß er ein Naturgesetz wiederentdeckt hatte: Eine Substanz, die beim gesunden Menschen bestimmte Zeichen und Symptome hervorruft, heilt genau diese Zeichen und Symptome beim Kranken.

Weil Hahnemann zum Zeitpunkt seiner Entdeckung bereits als fähiger Wissenschaftler bekannt war, erfuhren davon Ärzte, die – wie er – nach Wegen aus dem Dilemma suchten. Gleich Hahnemann begannen sie alsbald, die Wirkung von Arzneistoffen in Selbstversuchen zu ermitteln.

Das Einnehmen der Substanz zum Sichtbarwerden der Symptome beim gesunden Menschen nannte Hahnemann Arzneimittelprüfungen. Zwar kannte auch die orthodoxe Medizin der Zeit um das Jahr 1800 Prüfungen, aber die wurden nicht an Menschen, sondern an Tieren vorgenommen. Bis heute bezieht die Universitätsmedizin ihre Arzneimittelkenntnis ja noch überwiegend aus ebenso quälerischen wie therapeutisch sinnlosen Experimenten mit Tieren.

Die von Hahnemann begonnenen ersten sinnvollen wissenschaftlichen Arzneimittelprüfungen – abgekürzt AMP – dauerten sechs Jahre.

Auf der Grundlage dieser Experimente erschien seine erste, recht umfangreiche Materia medica. Hahnemann begann bereits dann unter homöopathischen Aspekten, mit großem Erfolg zu therapieren.

Wenn gleich Samuel Hahnemann das Naturgesetz der Wirkung von Substanzen am und im menschlichen Organismus begriff und erstmals klar formulierte, wies er den Ruhm, es entdeckt zu haben, von sich; vielmehr nannte er eine Reihe von Ärzten, die auf dieses Phänomen seiner Meinung nach lange vor ihm hingewiesen hatten: Hippokrates und Paracelsus seien an dieser Stelle erwähnt sie wiesen mehrfach auf das Ähnlichkeitsprinzip hin, aber auch in der Bibel war schon vom Ähnlichkeitsgesetz die Rede.

Doch wenn seine Patientinnen und Patienten auch jeweils wieder geheilt wurden, verursachten die Arzneien mitunter zunächst eine derartige Verschlimmerung der Symptome, daß jede Wiederholung der Gabe ein Wagnis blieb. Freilich, dies stand zu erwarten, weil ja ein hoher Ähnlichkeitsgrad zwischen Arzneiwirkung und Patientensymptomatik, also gesteigerte Empfindsamkeit bestand. Folglich mußte Hahnemann eine Möglichkeit finden, die Verschlimmerungen zu lindern oder zu verhindern. Versuchsweise reduzierte er die Dosis auf ein Zehntel der ursprünglichen Gabe. Zwar wurden die Patienten auch damit geheilt, aber die unangenehme Nebenwirkung stellte sich, wenn auch gemildert, immer noch ein. Das Ergebnis befriedigte ihn absolut nicht.

Also verdünnte er die Substanz weiter und verordnete dann jeweils nur einen Bruchteil der letzten Gabe; schließlich erreichte er einen Verdünnungsgrad, dass von der Ursprungsarznei kaum eine Spur übrigblieb. Nun wirkte sie bei den Erkrankten überhaupt nicht mehr.

Der Weg der einfachen Verdünnung erwies sich somit als unwirksam. Offenbar blieb nur die Wahl zwischen zwei Übeln: Entweder enthielt das Mittel Substanz genug, dann verschlimmerten sich die Symptome viel zu stark, oder es war zu sehr verdünnt, um noch heilen zu können. Somit schien er am Ende seines Vermögens angelangt, die Wiederentdeckung des Naturgesetzes similia similbus curentur praktisch nutzen zu können.

In dieser kritischen Situation ersann Hahnemann bei seinen systematischen Experimenten in den Jahren 1797 bis 1799 einen Ausweg, durch den die toxischen Wirkungen des Mittels reduziert, dessen Heilkräfte aber in ungleichhöherem Maße verstärkt werden konnten. Bis jetzt ist uns unbekannt, wie er diesem chemophysikalischen Phänomen auf die Spur kam, das erst heute allmählich enträtsel- und erklärbar wird. Gewiß war dabei sein subtiles Wissen um chemische, physikalische und metaphysische Zusammenhänge entscheidend.

Kurz gesagt: er schloß die jeweilige Substanz auf, indem er sie schrittweise verdünnte oder verrieb. In kleinen Flaschen unterzog er jeden Verdünnungsschritt mit zehn kräftigen Schüttelstößen mit der rechten Hand gegen ein Lederkissen. Dabei schützte er das Fläschchen mit dem muskulären äußeren Handrand vor dem Zertrümmern des Glases. Die auf solche Weise bereiteten Dilutionen – Verdünnungen – erwiesen sich nicht nur als weniger giftig, sondern sogar weit wirksamer als die rohe Substanz. Die Heilkraft war potenziert.

Je höher ein Mittel potenziert war, je schneller und nebenwirkungsloser ging eine dauerhafte Heilung vonstatten!

Wie war das möglich? „Kritische Wissenschaftler“ fanden keine rationale Erklärung dafür; sie äußerten zuerst Zweifel und danach feindselige Ablehnung. Daran hat sich bis in unsere Tage nichts geändert, obwohl Bio-Physiker inzwischen mit Hilfe empfindlicher Meßgeräte nachweisen können, daß nach Einnahme einer homöopathischen Hochpotenz kaum glaubliche energetische Veränderungen im Körper stattfinden. In Pragrph 269 des Organon erklärt Hahnemann:

„Die homöopathische Heilkunst entwickelt zu ihrem besonderen Berufe die inneren, geistartigen Arzneikräfte der rohen Substanzen, mittels einer ihr eigentümlichen, bis zu meiner Zeit unversuchten Behandlung, zun einem, früher unerhörten Grade, wodurch sie sämtlich erst recht sehr, ja unermeßlich-durch-dringend wirksam und hilfreich werden, selbst diejenigen unter ihnen, welche im rohen Zustand nicht die geringste Arzneikraft im menschlichen Körper äußern. Diese merkwürdige Veränderung in den Eigenschaften der Naturkörper, durch mechanische Einwirkung auf ihre kleinsten Teile, durch Reiben und Schütteln entwickelt die latenten, vorher unmerklich, wie schlafend in ihnen verborgen gewesenen, dynamischen Kräfte.“

Auf den ersten Blick steht der zu kausal-analytischem Denken Erzogene dem hier Zitierten aus verständlichem Grund skeptisch gegenüber. Solche Erklärungen klingen einerseits etwas magisch, andererseits zu einfach, als daß sie imponieren könnten. Aber wir sind inzwischen dem Verständnis des Warum der Wirkung homöopathischer Potenzen einen Schritt vorangekommen.

Seit Albert Einsteins naturwissenschaftlichen Erkenntnissen gilt es – wie bereits früher gesagt – als unumstritten, daß Materie letztlich nichts anderes ist als ein Energiezustand. Wenn wir eine Substanz auf ihren Molekularzustand zurückführen und ein Molekül isolieren, zeigt dieses Molekül eine dauernde „automatische“ Bewegung die Brownsche Bewegung. Die Energie dieser Molekularbewegung ist bisher noch unzureichend erforscht, doch weiß heute jeder Interessierte, welche enormen Energien bei Atomzertrümmerung oder –fusion freiwerden. In den nun scheinbar festen Stoffen unserer Umwelt ruhen ungeheure Energien, die bislang ungenutzt blieben. Hahnemann hatte entdeckt, daß wir diese Energie mobilisieren und spezifisch anwenden können, wenn wir einmal wissen, wie wir die Rohsubstanz zu bearbeiten haben. Durch wiederholtes Verschütteln im Potenzierungsvorgang wird nämlich die spezifische, der natürlichen Substanz innewohnende Energie freigesetzt und mittels Molekularresonanz auf den Täger übertragen – eine Energie, deren erstaunliche Wirkung wir bei jeder richtigen Verordnung beobachten können.

Vereinfacht gesagt: Verdünnen und richtiges Verschütteln, als das hochpotenzieren wie Hahnemann es vorschreibt, ist ein chemo-physikalischer Umwandlungsprozeß ins Energetische.

Beachtlich ist in diesem Zusammenhang, was schon Paracelsus schrieb: “Die Quitessenz ist das, was aus einer Substanz extrahiert wird...Nachdem sie von allen Unreinheiten und verderblichen Teilen gereinigt und in höchstem Maße verfeinert ist, erlangt sie einen außerordentlichen Grad an Verfeinerung und Perfektion. In ihr ist goße Reinheit, die ihr das Vermögen gibt, den Körper zu heilen.“

So kann denn die Auflockerung einer Kristall- oder Grobstruktur, Heilkräfte- spezifische Information – von tiefgreifender Wirkung freisetzen. Möchte doch jeder Skeptiker einsehen: der endgültige Beweis hängt für den Praktiker, den Arzt, den Heilpraktiker und erst recht für Leidende nicht davon ab, ob dies im Rahmen übereinkommener Denk- und Glaubensschemata der Universitätsmediziner „möglich“ ist, sondern ob das jeweilige homöopathische Mittel tatsächlich Heilung bewirkt. Hahnemann lehrt uns dies bereits in Pragraph 25 seines Organon: der einzige Beweis für die Verordnung des richtigen Mittels bestehe darin, daß damit geheilt wird.

Inzwischen bezeugen nicht nur die Erkenntnisse der Molekular- und Quantenphysik, sondern auch und vor allem die Heilerfolge der Homöopathie, daß mit ihr der heute noch herrschende medizinische

Materialismus früherer Jahrhunderte veraltet ist und längst überwunden sein müßte.

Quellen dieses Referates: „Die wissenschaftliche Homöopathie“ und „Die neue Dimensoin der Medizin“ beides Bücher von Georgos Vithoulkas.

 

 

 

Klassische Homöopathie: Therapie und Prävention für Mensch und Tier

Betrachten wir uns zunächst die schulmedizinische Behandlung, genannt Allopathie

Aus dem Begriff Allopathie (zu griechisch allos „anders“ + pathos „Leiden“geht schonhervor, dass es sich bei derAllopathie um einHeilverfahren handelt, bei dem Mittel verordnet werden, die eine der Krankheitsursache entgegengesetzte Wirkung haben.

Also bei Hypertonie, Bluthochdruck werden Mittel verabreicht, die den Blutdruck senken, bei Entzündungen Mittel, in der Regel Antibiotika, welche die Erreger abtöten. Bei Schlafstörungen werden Hypnotika, sogenannte Barbiturate, verabreicht die eine allgemein dämpfende Wirkung und Müdigkeit erzeugen.

Ein erhöhter Puls, wird mit Betablockern behandelt,hier lässt sich schon ablesen, was geschieht, es werden die Betarezeptoren, die den Herzschlag beschleunigen, was durchaus Sinn macht, einfach blockiert.

In der gängigen Schulmedizin wird versucht, Gegensätzliches mit Gegensätzlichem zu heilen. Ein auftretendes Symptom soll (ohne Rücksichtnahme auf den gesamten Organismus) möglichst schnell beseitigt werden. Nebenwirkungen werden von vornherein einkalkuliert und akzeptiert.

So werden Schmerzen durch Schmerzmittel unterdrückt, ohne die eigentliche Ursache zu behandeln, bei Verstopfung werden Abführmittel gegeben, bei Depressionen ein Stimmungsaufheller, ein Aufputschmittel usw. wobei in keinem Fall eine Heilung stattfindet. Wird die „gewohnte“ Arznei nicht mehr eingenommen, so treten alle Symptome relativ schnell wieder auf, oftmals stärker als zuvor. Wird abervermeintlich erfolgreich unterdrückt, so zeigen sich später weitere, oft auch schwerwiegendere Erkrankungen, die aber letztendlich auf die Unterdrückung der vorrangegangenen zurückzuführen sind.

Die Allopathie ist mit ein Hauptgrund für die stets steigende Zahl chronischer Krankheiten.

Phantastisch muten die derzeitig medizinischen Fortschritte an, mit deren Hilfe heute sorgfältig angewandte Unfallchirurgie und Intensivpflege schwerstgeschädigte Akutkranke zu oft vollständiger Gesundheit zurückführen. Auch die segensreiche Weiterentwicklung der Operationstechnik, die weniger schädigende Eingriffe ermöglicht und zuweilen Endzustände chronischen Krankseins erfolgreich zu bessern vermag, gebührt absolut dankbarer Anerkennung.

Zweifel sind jedoch angebracht ob jeder Patient und jede Patientin mit Mandel- oder Gallensteinproblemen, Darmgeschwüren oder Hämorrhoiden, Schilddrüsenleiden, Herzklappen-, Herzkranzgefäß- , Herzrhythmusstörungen, oder „Verschleißerscheinungen“ der Gelenke oder mit krankhaften Veränderungen der Haut wie Warzen usw. unbedingt gleich unter das Messer oder den Laserstrahl des Chirurgen muss. Große Zweifel sind angezeigt, wenn Chirurgen selbst bei harmlosen Eingriffen aufgrund der Gewohnheit „vorbeugend“ Antibiotika verabreichen, wenn Menschen mit absolut gesundem Herzen vom 60. Lebensjahr an routinemäßig vor Operationen „digitalisiert“ werden. Somit ist es nicht verwunderlich, dassein Großteil der Menschen unter Therapiefolgen leidet, den im medizinischen Fachschargen: iatrogenen Erkrankungen . Die Schädigung beginnt bereits im Säuglingsalter mit den obligatorischenImpfungen. Ihnen folgen der erste Antibioktika-Stoß bei Mandel- oder Mittelohrentzündungen und schließlich das hochgiftige Cotrim oder Baktrim bei fieberhaften Entzündungen. Dies führt nachweislich zu Schädigungen an Mitochondrien und Ribosomen die für Zellatmung und DNS-Generation unabdingbar sind. Das gleiche geschieht auch durch den ständigen Verzehr denaturierter Nahrungsmittel. Auf diese Weise ist es dann möglich, dass abnorme Zellen von der Sauerstoffatmung zur Gärung übergehen und das gefürchtete, unkontrollierte Krebswachstum beginnt.

Es schaden also nicht nur die inzwischen schon tolerierten Nebenwirkungen unserer schulmedizinischen Antimittel wie Antibiotika, Antimycotika, Antiphlogistika, Antihistamininka, Antihypertonika, Antiarrhythmika, Antikonvulsiva, Antidepressiva um nur einige zu nennen, sondern auch ihre vermeintlich hilfreichen spezifischen Wirkungen, derentwegen sie mit enormem Geldaufwand entwickelt, an Tieren erprobt und schließlich kranken Menschen verabreicht werden. Der gesamte mechanistische Denkansatz unserer Universitätsmedizin und Pharmazie, wonach Beschwerden – Zeichen und Symptome, die ein erkrankter Organismus entwickelt, um sein Gleichgewicht wieder zu erlangen – zu bekämpfen, zu beseitigen oder gar auszumerzen sind, ist eine Farce!

In Wirklichkeit erreicht man lediglich einen Verdrängungseffekt. Die Degeneration ist unabdingbar mit rasantem Anstieg von Generation zu Generation. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren von 10 Erkrankten neun akut und lediglich einer oder eine chronisch leidend, heute, zu Anfang des neuen 21.Jahrhunderts sind fast alle chronisch krank. Und die vielgepriesene „moderne Therapie“ verfestigt diese Situation stetig nachhaltiger.

Alle schweren chronischen Erkrankungen wie z.B. Aids, Allergien, MS, Parkinson, Alzheimer u. Krebs mit denen sich zunehmend auch junge Menschen ja sogar Kinder auseinandersetzen müssen, sind menschengemacht, und die herrschende „wissenschaftliche“ Universitätsmedizin kann sie nicht heilen, sondern allenfalls nur für kurze Zeit Beschwerden oder Schmerzen lindern. Sie eilt hochspezialisiert der differenzierten Betrachtung und Therapie einzelner Organdiagnosen nach und verschließt sich der Tatsache, dass der ganze Mensch erkrankt ist und geheilt werden muss.

Durch die Behandlung mit diesen unzähligen Antiarzneien, den Chemotherapeutika und Immunsuppresivawird aber gerade in die naturgesetzmäßigen Abläufe unseres Organismus bei der möglichen Wiederherstellung seiner Eigenordnung derart verheerend eingegriffen, dass wir als Ergebnis einen immer schwieriger umzukehrenden Leidensprozess erleben, chronisches Siechtum, bei dem oft nur der Tod endliche Erlösung bedeutet.

Neben dem Ausbrechen vieler neuer „Krankheiten“ für die auch in so manchen schulmedizinischen Fachkreisender erhöhte Verbrauch an schulmedizinischen Medikamenten verantwortlich gemacht wird, steht die überwältigende Ausbreitung der Pilzinfektionen, so dass heute jede Klinik und jedes öffentliche Schwimmbad damit verseucht sind. So haben wir in den letzten Jahren eine Explosion von Mykosen der Haut und der Geschlechtsorgane.Hinter vielen chronischen, systemischen Pathologien stehen Pilzinfektionen.

Beim Nachsinnen darüber, was wohl diesen ungeheuren Anstieg der Pilzinfektionen verursacht hat, müssen wir daran denken, dass die gebräuchlichsten Antibiotika, die praktizierende Ärzte Millionen Menschen verschreiben, nichts anderes als Schimmelpilz-Derivate sind. Den Namen des zuerst entwickelten kennen Sie alle: Penicillin.

Ohne die unabdingbare Respektierung naturgesetzlicher Abläufe empfehlen es Mediziner und Hersteller auch Zögernden und Zweifelnden als „risikoarmes Allheilmittel“. Folglich wurden seit Ende des zweiten Weltkrieges Tausende Tonnen dieses Medikaments in menschliche und tierische Organismen gepumpt; und kaum einer entkam in den entwickelnden Länderndieser Wunderdroge! - Wem sie nämlich nicht als schnellwirkendes Antibiotikum injiziert, über Zäpfchen, Kapseln oder gar in Form von wohlschmeckenden Säften verabfolgt wurden, nahm sie über die Nahrung auf:

Ob Schwein, Kalb, Rind oder Geflügel, alle gaben die in ihren Innereien und im Fleisch verbleibenden Rückstände weiter an den sie verzehrenden Menschen. Sogar über die Milch „genossen“ und wir diese „einzigartige Segnung der Wissenschaft“ zwangsläufig, soamerikanische Wissenschaftler. Die zur „Bekämpfung von Infektionen“ erforderliche Dosis von Antibiotika wuchs und wuchs, weil die vermeintlichen Erreger kontinuierlich schwächer auf sie reagierten.

Schließlich entwickelte die chemisch-pharmazeutische Industrie immer stärkere Medikamente, (wie Amphotericin-B, Flucytosine, Ketoconazole und Miconazole,) um die ständig sich veränderbaren Erreger zu bekämpfen.

Aber um welchen Preis? Henry Simmons ein namhafter amerikanischer Wissenschaftlerzog bereits vor 25 Jahren das Resümee: „Iatrogene Krankheiten sind zu einem äußerst ernstzunehmenden Gesundheitsproblem in den USA geworden. Dies schließt schätzungsweise zwei Millionen Infektionen durch Hospitalismus und viele Tausend Todesfälle in jedem Jahr ein!“

Bis heute hat sich die Situation drastisch und leider noch immer unaufhaltsamverschärft.

Was ist Homöopathie?

Diese über 200 Jahre von kundigen Ärzten und Heilpraktikern überaus erfolgreich angewandte Therapie wird von vielen „Koryphäen der medizinischen Wissenschaft“ auch heutzutage noch immer belächelt oder gar als total wirkungslos diffamiert, weil sie sich allenfalls vordergründig damit beschäftigt haben.

„Des Arztes höchster und einziger Beruf ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt.“ Dieser Satz steht als Paragraph 1 in einem Lehrbuch, dessen Erstausgabe im Jahre 1810 unter dem Titel Organon der Rationellen Heilkunde in Dresden erschien.

Nach langen Wanderjahren wirkte der Autor damals als Arzt, Apotheker, Chemiker und Übersetzer in Torgau an der Elbe: Dr. Christian Friedrich Samuel Hahnemann.

In diesem Organon bot er Gesetze und Prinzipien einer neuen Heilmethode dar, die er Homöopathik nannte. Hahnemann hatte den Begriff aus den griechischen Worten homoion und pathos – ähnlich und leiden – geprägt; es sollte nämlich die Behandlung mit Arzneien bezeichnen, die ähnliche Wirkungen hervorzurufen vermochten, wie sie ein zu behandelnder Leidenszustand zeigte.

Als Hahnemann mit diesem inhaltsschweren Werk die Homöopathie begründete, genoss er bereits hohe Achtung und Anerkennung.

Kurz zusammengefasst, formulierte und bewies Hahnemann folgende Thesen:

-Es gibt keine Krankheiten, sondern nur erkrankte Menschen, Tiere oder Pflanzen.

-Der Arzt kann Erkrankte nur in Übereinstimmung mit den in der Natur vorgegebenen Gesetzen heilen. Außerhalb dieser Naturgesetze oder gar gegen sie ist wirkliches Heilen unmöglich.

-Jeder Kranke ist in seinem Wesen dynamisch gestört; deshalb muss auch jedes Heilmittel dynamisch sein.

-Bei gesunden Menschen rufen Ur-Substanzen, die wir zum Bereiten von Arzneien verwenden, vielfältige Symptome hervor; sie sind den typischen Anzeichen und Leidenszuständen von Erkrankten sehr ähnlich.

-Die Patienten oder der Patient benötigen für ein bestimmtes Krankheitsstadium nur e i n spezifisches, aus einer einzigen Substanz bereitetes Mittel, das in Arzneimittelprüfungen bei Gesunden sehr ähnliche Symptome auslöst wie die oder der Erkrankte sie zeigen. Wird dieses Mittel nicht gefunden kommt es zu keiner wirklichen,dauerhaften Heilung.

Die zündende, zur Kernidee seiner neuen Therapie werdende Erkenntnis war ihm gekommen, als er im Jahre 1790 William Cullen‘s Materia medica aus dem Englischen übersetzte. Cullen war Professor für Medizin und Chemie an der Universität Glasgow und Edinburgh, er widmete 20 Seiten seines Werkes den therapeutischen Indikationen von Chinarinde. Die damit erfolgreiche Behandlung von Wechselfieber, der Malaria schrieb er den in der Chinarinde enthaltenen Bitterstoffen zu. Der Chemiker Hahnemann gab sich mit dieser Erklärung jedoch nicht zufrieden und tat etwas für einen Übersetzer Außergewöhnliches: Er kaute die Chinarinde selbst und beschreibt das Ergebnis seines

1. Arzneimittel-Versuchs:

„... die wie bei Wechselfieber gewöhnlichen besonders charakteristischen Symptome, die Stumpfheit der Sinne, die Art von Steifigkeit in allen Gelenken, besonders aber die taube widrige Empfindung, welche im Periost, der Kochenhaut über allen Knochen des ganzen Körpers ihren Sitz zu haben scheint – alle erschienen. Dieser Paroxysmus das heißt dieses anfallartige Auftreten einer Erkrankung dauerte zwei bis drei Stunden und erneuerte sich jedes Mal, wenn ich diese Gabe wiederholte, sonst nicht.“

Aufgrund seines persönlichen Experiments dämmerte es Hahnemann, was die Substanzen tatsächlich bewirken: Ein Mittel verhilft zur Heilung und mithin zum Verschwinden der Beschwerden nur, weil es ähnliche Zeichen und Symptome in einem gesunden menschlichen Organismus hervorzurufen vermag.

Den meisten seiner ärztlichen Zeitgenossen wäre es kaum in den Sinn gekommen, tiefgründig über die Bedeutung dieser Beobachtung nachzudenken. Die Mehrzahl hätte sie als zufällige Ausnahmeerscheinung abgetan.

Anders reagierte Hahnemann, der als echter Empiriker Tatsachen höher bewertete als Theorien. Er anerkannte das dabei Erfahrene als Faktum der Natur, sann mit gebotener Gründlichkeit über dessen Bedeutung nach und konnte zu guter Letzt begreifen, dass er ein Naturgesetz wiederentdeckt hatte: Eine Substanz, die beim gesunden Menschen bestimmte Zeichen und Symptome hervorruft, heilt genau diese Zeichen und Symptome beim Kranken.

Weil Hahnemann zum Zeitpunkt seiner Entdeckung bereits als fähiger Wissenschaftler bekannt war, erfuhren davon Ärzte, die – wie er – nach Wegen aus dem Dilemma suchten. Gleich Hahnemann begannen sie alsbald, die Wirkung von Arzneistoffen in Selbstversuchen zu ermitteln.

Das Einnehmen der Substanz zum Sichtbarwerden der Symptome beim gesunden Menschen nannte Hahnemann Arzneimittelprüfungen. Zwar kannte auch die orthodoxe Medizin der Zeit um das Jahr 1800 Prüfungen, aber die wurden nicht an Menschen, sondern an Tieren vorgenommen. Bis heute bezieht die Universitätsmedizin ihre Arzneimittelkenntnis noch überwiegend aus ebenso quälerischen wie sinnlosen Experimenten mit Tieren.

Die von Hahnemann begonnenen ersten sinnvollen wissenschaftlichen Arzneimittelprüfungen dauerten sechs Jahre.

Auf der Grundlage dieser Experimente erschien seine erste, recht umfangreiche Materia medica.

Hahnemann begann bereits dann unter homöopathischen Aspekten, mit großem Erfolg zu therapieren.

Wenn gleich Samuel Hahnemann das Naturgesetz der Wirkung von Substanzen am und im menschlichen Organismus begriff und erstmals klar formulierte, wies er den Ruhm, es entdeckt zu haben, von sich; vielmehr nannte er eine Reihe von Ärzten, die auf dieses Phänomen seiner Meinung nach lange vor ihm hingewiesen hatten: Hippokrates und Paracelsus seien an dieser Stelle erwähnt sie wiesen mehrfach auf das Ähnlichkeitsprinzip hin, aber auch in der Bibel war schon vom Ähnlichkeitsgesetz die Rede.

Doch wenn seine Patientinnen und Patienten auch jeweils wieder geheilt wurden, verursachten die Arzneien mitunter zunächst eine derartige Verschlimmerung der Symptome, dass jede Wiederholung der Gabe ein Wagnis blieb. Freilich, dies stand zu erwarten, weil ja ein hoher Ähnlichkeitsgrad zwischen Arzneiwirkung und Patientensymptomatik, also gesteigerte Empfindsamkeit bestand. Folglich musste Hahnemann eine Möglichkeit finden, die Verschlimmerungen zu lindern oder zu verhindern. Versuchsweise reduzierte er die Dosis auf ein Zehntel der ursprünglichen Gabe. Zwar wurden die Patienten auch damit geheilt, aber die unangenehme Nebenwirkung stellte sich, wenn auch etwas gemildert, immer noch ein. Das Ergebnis befriedigte ihn nicht. Also verdünnte er die Substanz weiter und verordnete dann jeweils nur einen Bruchteil der letzten Gabe; schließlich erreichte er einen Verdünnungsgrad, dass von der Ursprungsarznei kaum eine Spur übriglieb. Nun wirkte sie allerdings auch bei den Erkrankten nicht mehr.

Der Weg der einfachen Verdünnung erwies sich somit als unwirksam. Offenbar blieb nur die Wahl zwischen zwei Übeln: Entweder enthielt das Mittel Substanz genug, dann verschlimmerten sich die Symptome viel zu stark, oder es war zu sehr verdünnt, um noch heilen zu können. Somit schien er am Ende seines Vermögens angelangt, die Wiederentdeckung des Naturgesetzes similia similbus curentur praktisch nutzen zu können.

In dieser kritischen Situation ersann Hahnemann bei seinen systematischen Experimenten in den Jahren 1797 bis 1799 einen Ausweg, durch den die toxischen Wirkungen des Mittels reduziert, dessen Heilkräfte aber in ungleichhöherem Maße verstärkt werden konnten. Bis jetzt ist uns unbekannt, wie er diesem chemophysikalischen Phänomen auf die Spur kam, das erst heute allmählich enträtsel- und erklärbar wird. Gewiss war dabei sein subtiles Wissen um chemische, physikalische und metaphysische Zusammenhänge entscheidend.

Kurz gesagt: er schloss die jeweilige Substanz auf, indem er sie schrittweise verdünnte oder verrieb. In kleinen Flaschen unterzog er jeden Verdünnungsschritt mit zehn kräftigen Schüttelstößen mit der rechten Hand gegen ein Lederkissen. Dabei schützte er das Fläschchen mit dem muskulären äußeren Handrand vor dem Zertrümmern des Glases. Die auf solche Weise bereiteten Dilutionen – Verdünnungen – erwiesen sich nicht nur als weniger giftig, sondern sogar weit wirksamer als die rohe Substanz. Die Heilkraft war potenziert.

Je höher ein Mittel potenziert war, je schneller und nebenwirkungsloser ging eine dauerhafte Heilung vonstatten!

Wie war das möglich? „Kritische Wissenschaftler“ fanden keine rationale Erklärung dafür; sie äußerten zuerst Zweifel und danach feindselige Ablehnung. Daran hat sich bis in unsere Tage nichts geändert, obwohl Bio-Physiker inzwischen mit Hilfe empfindlicher Messgeräte nachweisen können, dass nach Einnahme einer homöopathischen Hochpotenz kaum glaubliche energetische Veränderungen im Körper stattfinden.

Hahnemann fand heraus, dass potenzierte Mittel, selbst von Substanzen die in ihrer Rohheit keinerlei Wirkung auf den Menschen gezeigt hatten, in potenzierter Aufbereitung unermesslich durchdringend wirksam und hilfreich wurden. Diese merkwürdige Veränderung in den Eigenschaften der Ursprungssubstanzen, durch mechanische Einwirkung auf ihre kleinsten Teile, durch Reiben und Schütteln entwickelt die latenten, vorher unmerklich, wie schlafend in ihnen verborgen gewesenen, dynamischen Kräfte.

Auf den ersten Blick steht der zu kausal-analytischem Denken Erzogene dem hier Zitierten aus verständlichem Grund skeptisch gegenüber. Solche Erklärungen klingen einerseits etwas magisch, andererseits zu einfach, als dass sie imponieren könnten. Aber wir sind inzwischen dem Verständnis des Warum der Wirkung homöopathischer Potenzen einen Schritt vorangekommen.

Seit Albert Einsteins naturwissenschaftlichen Erkenntnissen gilt es –– als unumstritten, dass Materie letztlich nichts anderes ist als ein Energiezustand. Wenn wir eine Substanz auf ihren Molekularzustand zurückführen und ein Molekül isolieren, zeigt dieses Molekül eine dauernde „automatische“ Bewegung die, nach ihrem Entdecker benannte Brownsche Bewegung. Die Energie dieser Molekularbewegung ist bisher noch unzureichend erforscht, doch weiß heute jeder Interessierte, welche enormen Energien bei Atomzertrümmerung oder Atomfusion freiwerden. In den nun scheinbar festen Stoffen unserer Umwelt ruhen ungeheure Energien, die bislang ungenutzt blieben. Hahnemann hatte entdeckt, dass wir diese Energie mobilisieren und spezifisch anwenden können, wenn wir einmal wissen, wie wir die Rohsubstanz zu bearbeiten haben. Durch wiederholtes Verschütteln im Potenzierungsvorgang wird nämlich die spezifische, der natürlichen Substanz innewohnende Energie freigesetzt und mittels Molekularresonanz auf den Träger übertragen – eine Energie, deren erstaunliche Wirkung wir bei jeder richtigen Verordnung beobachten können.

Vereinfacht gesagt: Verdünnen und richtiges Verschütteln, als das hochpotenzieren wie Hahnemann es vorschreibt, ist ein chemo-physikalischer Umwandlungsprozess ins Energetische.

So kann denn die Auflockerung einer Kristall- oder Grobstruktur, Heilkräfte sprich- spezifische Information - von tiefgreifender Wirkung freisetzen. Schließlich und endlich sollte doch jeder Skeptiker einsehen: der endgültige Beweis hängt für den Praktiker, den Arzt, den Heilpraktiker und erst recht für Leidende nicht davon ab, ob dies im Rahmen übereinkommender Denk- und Glaubensschemata der Universitätsmediziner „möglich“ ist, sondern ob das jeweilige homöopathische Mittel tatsächlich Heilung bewirkt.

Inzwischen bezeugen nicht nur die Erkenntnisse der Molekular- und Quantenphysik, sondern auch und vor allem die Heilerfolge der Homöopathie, dass mit ihr der heute noch herrschende medizinische Materialismus früherer Jahrhunderte veraltet ist und längst überwunden sein müsste.

Klassisch homöopathische Behandlungsweise

Nun möchte ich gerne auf die vorgehensweiße einer klassisch homöopathischen Mittelfindung eingehen. Klassisch homöopathisch bedeutet, jeder Patient ob Mensch oder Tier unabhängig von der Art der Erkrankung , auch bei mehreren, verschiedenen Erkrankungen erhält immer nur ein Mittel, nämlich das auf ihn passendste, am besten das Similimum oder doch in jedem Fall ein Simile. Das heißt, das allerähnlichste oder zumindest ein dem Patienten ähnliches Mittel. Das Mittel, wird beschrieben in der Materia Medica, sein Wesen soll dem des Patienten möglichst ähnlich sein. Es wird zwar leider immer häufiger praktiziert mehrere Mittel gleichzeitig zu verordnen, in Mode gekommen sindauch sogenannte Komplexmittel die bis zu 10 und mehr verschiedene homöopathischen Mittel beinhalten, nicht selten werden auch gleichzeitig mehrere verschiedene Komplexmittel verordnet, aber sicherlich nicht von einem wirklichen, seriösen Homöopathen.

Diese Vorgehensweise hat mit der wahren Homöopathie im Sinne von Samuel Hahnemann absolut nichts zu tun. Die Resultate sind meistens, zumindest auf Dauer gesehen sehr unbefriedigend und letzt endlich auch nur eine Unterdrückung. Es gibt also keine bestimmten Mittel für bestimmte Erkrankungen, sondern eher, nennen wir es zum besseren Verständnis Konstitutionsmittel.

Für die Verordnung eines Konstitutionsmittel oder eben des Mittels welches der Patient zu einem bestimmten Zeitpunkt der Behandlung für einen chronischen Zustand, über längere Zeit oder manchmal auch ein Leben lang braucht, bedarf es einer ausführlichen Anamnese.

Neben der genauen Schilderung der eigentlichen Beschwerden und Modalitäten, das heißt wann und unter welchen Umständen werden die Beschwerden besser oder eher schlechter, wie z.B. klimatische Voraussetzungen, tageszeitliche, jahreszeitliche,mahlzeitenabhängig ;im Sitzen im Liegen, in der Bewegung und vieles mehr, alles und jeder Umstand wird berücksichtigt.

Der Appetit des Patienten ist ausschlaggebend, nicht nur ob gut oder schlecht, nein auch die individuellen Verlangen und Abneigungen nach bestimmten Nahrungs- und Genussmitteln sind ausschlaggebend.

Das temperaturempfindend eines Patienten,ständig zu heiß, frieren, kalte Hände, Schweißfüße und vieles mehr.

Der Schlaf, das Schlafbedürfnis um welche Uhrzeit wird der Patient nachts wach, wie ist die bevorzugte Schlaflage alles hat eine Bedeutung ja auch wiederkehrende Träume und Alpträume.

Alle auch früher einmal durchgemachten Erkrankungen und Unfälle werden berücksichtig.

Auffälligkeiten, Besonderheiten und Beschwerden sämtlicher Organe und Organsysteme werden erörtert.

Am allerwichtigsten aber ist der Charakter, die Mentalität, die individuellen Eigenheiten eines jeden einzelnen und seine Lebensgeschichte, die ihn hat so werden lassen.

Mit diesem Resultat, der Totalität aller Symptome repertorisiert und analysiert der erfahrene Homöopath, heute selbstverständlich auch mit Hilfe von professionellen Computerprogrammen, welche die Arbeit doch wesentlich verkürzen. Allerdings kann der Computer nur so gut sein, wie derjenige der ihn bedient; das heißt, nur der gute und erfahrene Homöopath wird ein hilfreiches Mittel, nämlich ein Simile oder wenn möglich sogar ein Similimum für seinen Patienten finden.

Eine Homöopathische Fallaufnahme für ein Konstitutionsmittel dauert in der Regel 1 1/2 bis 2 Stunden. Der Homöopath muss dann oftmals noch eine weitere Stunde und mehr Zeit investieren, bis die Repertorisation und die Analyse abgeschlossen sind. Der Patient erhält dann beim 2. Termin, nach Abschluss von Repertorisation und Analyse sein homöopathisches Mittel. Die Fallaufnahme eines akut Erkrankten, grippaler Infekt, oder bei kleineren Verletzungen geht natürlich wesentlich schneller.

Homöopathisch behandelbar sind unter bestimmten Voraussetzungen nahezu alle Krankheiten besonders auch die vielen psychischen Erkrankungen. Auch parallel zur schulmedizinischen Therapie ist eine klassisch homöopathische Behandlung sehr oft sinnvoll, in der Regel kann dann allerdings im Verlauf der Therapie auf die schulmedizinische Behandlung gänzlich verzichtet werden.

In der Homöopathie gibt es ca. 3000 verschiedene Einzelmittel im wesentlichen kommen bei der Konstitutionsbehandlung die Poliekrestedas sind ca. 250 gut geprüfte und bekannte Mittel zum Einsatz.

Die gängigsten Potenzen in meiner Praxis sind die C 200, C 1000 10- 50- und 100000.

Nicht nur um dem heutigen Thema gerecht zu werden möchte ich darauf aufmerksam machen, dass genauso wie der Mensch auch unsere Tiere sehr gut auf homöopathische Behandlung ansprechen.

Organische Beschwerden oder Fehlleistungen, Geburten, sowie Verhaltensauffälligkeiten wie Ängstlichkeit oder Aggressivität, und vieles mehr lassen sich auch bei ihnen sehr gut positiv beeinflussen.

Die Klassische Homöopathie ist sowohl eine hervorragende Therapie als auch eine fantastische Prävention um Mensch und Tier eine förderliche Entwicklung, eine Genesung und ein möglichst langes Erhalten der Gesundheit mit Zufriedenheit und Wohlergehen bis ins hohe Alter zukommen zu lassen.

Ein gut gewähltes homöopathisches Mittel hält bzw. bringt Psyche und Soma soweit wie möglich in ein harmonisches Gleichgewicht, was letztlich im günstigsten Falle absolute Gesundheit bedeutet.

Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass natürlich auch die Klassische Homöopathie nicht alle Krankheiten heilen kann; aber sie bringt nicht selten auch in aussichtslos erscheinenden Fällen eine nicht unwesentliche Verbesserung, eine sinnvolle Lebensverlängerung und oft auch einen sanfteren Tod.